192
ANHANG.
schaffenheit der Waldluft teilt Ebermayer ferner mit, daß
die Schwankungen des Kohlensäuregehaltes der Luft viel
geringer sind, als man früher glaubte, nämlich sich nur
zwischen 0’025 bis 0-036°/ 0 bewegen. Mit je empfindlicheren
Instrumenten und je größeren Luftmengen man die Unter
suchungen anstellte, desto geringer zeigten sich die Unter
schiede. Die Untersuchungen in Paris, London, Genf, Pa
lermo, Manchester u. s. w. führten in überraschender Weise
zu demselben Ergebnis. Auch in den Großstädten erreicht
der Kohlensäuregehalt nur ausnahmsweise 0-035"/ 0 . Der
Kohlensäuregehalt in der Waldluft .schwankt zwischen
0‘02ö und 0-036 0 /o- Ganz dieselben Ziffern ergaben Messun
gen im Hochgebirge und auf offenem Meere; in reinster
Landluft 0'033 o / o . Der mittlere Kohlensäuregehalt ergab
nach den Messungen verschiedener dortiger Beobachter
für Rostock 0-029°/ 0 , für Dieppe O-O296 0 / o , für Aubin 0-0293°/ 0 ,
für Gembloux 0 - 0294°/o.
Ebenso verhält es sich mit dem Sauerstoff. Die
Schwankungen des Sauerstoffgehaltes der Luft bewegen
sich nach den Messungen von U. Kreusler (Über den Sauer
stoffgehalt der Luft, 1885) nur zwischen 22‘88 und 20-94°/ 0
und nach Prof. W. Hempel zwischen 20877 und 20971 0 / 0 -
Die Zusammensetzung der Luft muß also innerhalb
enger Grenzen als beständig angesehen werden und der
hiezu nötige ungemein rasche Ausgleich im Luftmeer be
ruht auf der starken Expansion der Gase. Dies das Ergeb
nis der strengen wissenschaftlichen Untersuchung, gegen
welche alle voreiligen und, wie sich zeigt, auch unbe
gründeten Hypothesen in nichts zerfallen.
Auch was die sonstige Reinheit der Waldluft anbe
langt, haben die Untersuchungen von A. Serafini und
J. Arata (Forschungen auf dem Gebiete der Agrikultur
physik XIV, München) ergeben, daß im Innern der Wälder
zuweilen mehr Spaltpilze und Mikroben angetroffen werden
als außerhalb, weil sie unter Umständen der Wald selbst
züchtet.