GROSSSTADTGRÜN.
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auf der Hauptverkehrsstraße. Der Spaziergänger sucht zu
seiner Erholung lärmfreie, staubfreie Orte, wie kann man
ihm dazu eine Allee anbieten, mitten in der größten Verkehrsstraße,
also gerade mitten im größten Lärm und Staub!
Tatsächlich bewegt sich z. B. in Wien der Abendkorso
nicht in der Ringstraßenallee, sondern neben den Häusern
am gepflasterten baumlosen Bürgersteig.
Nun aber erst die Erstehungs- und Erhaltungskosten
solcher Alleen! Die armen Bäume solcher Straßenalleen
sind ja selbst immer krank, krank an Wurzelfäule wegen
des in den Setzgruben stagnierenden Wassers, krank, weil
ihre Blätter stets mit Straßenstaub bedeckt sind, krank,
weil sie auf der einen Seite der Straße stets im Schatten
der hohen Stadthäuser stehen und somit den ganzen Tag
von keinem Sonnenstrahl unmittelbar beschienen werden.
Man kann die Wirkung des Mangels oder des Zuflusses
von Sonnenlicht ganz auffallend an den Alleen aller von
West nach Ost streichenden Straßen sehen; die nördliche
Baumreihe, wenn sie wirklich dem Sonnenlichte zugänglich
ist, zeigt höhere Wipfel, buschigere Laubkronen und dickere
Stämme als die südliche im Schlagschatten der Häuserreihe
stehende. Die Auswechslung gänzlich absterbender Bäume
wird auch auf der lichtlosen Seite in weit größerem Maße
nötig als auf der Sonnenseite. Die stetige Neubepflanzung
gehört zu den immerwährenden Budgetsorgen des Stadtgärtners,
und doch wie jammervoll sieht dieses Baumlazarett
aus: im Herbst sind die Bäume der Stadtalleen
die ersten, welche ihr dürres Laub frühzeitig herabschütteln;
ein frisches, gesundes Grün ist niemals ihr eigen. • Zu den
Zerstörern der Straßenalleen gehört noch der Winterfrost,
weil der Boden wegen der mangelnden Schneedecke friert;
ferner die Leuchtgasausströmungen, welche den Boden verseuchen.
Gegen diese letztere Einwirkung werden in Berlin
Faschinen mit Lehmlagen und Kübel in den Setzgruben
in Anwendung gebracht, was für jede Grube 40 Mark
Kosten verursacht. Bei den Wiener Ringstraßenalleen