GROSSSTADTGRÜN.
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von Straßenfluchten bei einem noch gut verbaubaren Mini
mum von Bauflächen bei der Baublockteilung herausbringt,
die finanziell beste Aufteilung des Baugrundes erzielt, be
sonders wenn noch ein Minimum von unverwertbarem, ja
Erhaltungskosten forderndem Straßengrunde dazukommt.
Derjenige wird aber Hunderttausende, ja bei größeren Par
zellierungen Millionen von Bauwerten ungenützt vergeuden,
der mit den Straßenfluchten schonungslos umgeht. Was soll
man von diesem Standpunkte aus zu Projekten sagen, welche
die so kostbaren Straßenfluchten gleich kilometerweise nutz
los an Squares und Stadtparke vergeuden, wozu noch oben
drein die Kosten des nötigen Parkgitters kommen.
Es ist merkwürdig, wie unwiderstehlich dasjenige wirkt,
was in einer bestimmten Zeit gerade landesüblich ist. Der
Begriff, daß Gärten offen an der Straße liegen müßten, ist
heute so allgemein verbreitet, daß man allenthalben mit
einem wahren Feuereifer, der einer besseren Sache würdig
wäre, darangeht, überall dort, wo alte Gärten an einer
Seite oder auch nur ein kurzes Stück unmittelbar an der
Straße liegen, aber wohlweislich durch eine möglichst hohe
{gemeiniglich 4 bis 5 m hohe) alte Mauer nebst im Innern
darangepflanzten Baumreihen und dichtem Strauchwerk
von der Straße möglichst lärm- und staubdicht abgesondert
sind, diese schützenden Mauern um jeden Preis nieder
zureißen und durch luftige Gitter zu ersetzen. In Wien
wurde dies bei dem erst vor einigen Jahren dem öffent
lichen Gebrauch übergebenen Esterhazy-Garten durchgeführt.
Er hat dadurch ungemein gelitten, seine frühere Ruhe und
Windstille hat er eingebüßt. Trotz dieser ungünstigen Er
fahrung konnte man bald darauf in den Zeitungen lesen
unter dem Schlagworte: »Verschönerung der Heugasse«:
»Die alte Mauer längs des Schwarzenberg-Gartens in der
Heugasse soll durch ein elegantes Gitter ersetzt werden.
Der Magistrat wird mit den Besitzern der dem Garten
gegenüberliegenden Häuser wegen Beitragsleistungen zu
den Kosten für das neue Gitter in Verhandlung treten.«