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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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ANHANG. 
Glücklicherweise kam die Sache nicht zu stände und die 
Ruhe des Gartens, in dem man kaum etwas merkt von dem 
starken Wagenverkehr in der Heugasse, ist bis auf weiteres 
gerettet. So viel Zeit, Mühe und Geld wird aber daran ge 
setzt, um eine gute, alte Einrichtung in eine moderne, 
schlechte zu verwandeln! Die alte Mauer wirkt zudem 
förmlich altitalienisch monumental und die mächtigen Baum 
kronen ragen weit über den Bürgersteig neben ihr in die 
Straße herein, so daß es auch am Anblick des Grünen 
durchaus nicht fehlt; aber was nützt das alles, das gute, 
alte Motiv wird heute nicht mehr verstanden, es soll den 
Modeformen um jeden Preis zum Opfer fallen. 
Wer aber hat ein höheres Anrecht an einen solchen 
Garten, der eilends die Straße Vorbeigehende, der kaum 
einen flüchtigen Blick durch das moderne »elegante Gitter« 
hineinwirft, oder die Menge seiner ständigen Besucher, 
welche stundenlang darin Ruhe und Erholung suchen und 
nur in seiner geschützten Abgeschlossenheit auch finden? 
Es ist kein Zweifel: nicht nur Stadtplätze fordern zu 
ihrer eigenartigen Wirkung die Geschlossenheit der Platz 
wand ringsherum, sondern auch, und vielleicht in noch 
höherem Maße, die Gärten der Stadt. Daß der moderne 
Freilegungswahn sich auch der Gärten bemeistern will, ist 
sicherlich ein ebenso grober Fehlgriff, wie die Freilegung 
der alten Dome und Stadttore, wie die Aufreißung der 
alten geschlossenen Platzwände. 
Betrachtet man in was immer für einem Stadtplane 
den Bestand aller Vororte, so findet man überall verhältnis 
mäßig große Baublöcke, die alle nur an den wenigen 
schmalen und langen Zwischengassen in geschlossener Weise 
verbaut sind, während in dem weitläufigen inneren Kerne 
die alten Hausgärten zu beträchtlicher Gesamtmasse an 
einanderschließen. Da hört man nichts vom Straßenlärm, 
da ist ruhige, staubfreie Luft, und hier haben nicht nur die 
Hausbesitzer, sondern auch die Wohnungsmieter gegen 
geringe Zinserhöhung ihre Frühstücks- und Abendmahlzeit-
	        
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