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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

BEZIEHUNG ZWISCHEN BAUTEN, MONUMENTEN UND PLÄTZEN. 23 
Der entscheidende Gegensatz zwischen einst und jetzt 
in diesem Falle besteht darin, daß wir immer möglichst 
großartige Plätze für jedes Figürchen suchen und dadurch 
die Wirkung drücken, statt sie durch einen neutralen Hinter 
grund, wie ihn in ähnlichem Falle Porträtisten für ihre 
Köpfe sich wählen, zu heben. 
Ein anderes Moment hängt damit enge zusammen. Die 
Alten stellten ihre Monumente und Figuren, wie sich zeigte, 
an den Wänden ihrer Plätze herum, wofür auch die zwei 
vorher beigegebenen Ansichten von der Signoria in Florenz 
ein sprechendes Zeugnis abgeben. An den Wänden eines 
Platzes herum ist aber Raum genug für Hunderte von Fi 
guren, die alle gut stehen werden, weil sie stets (wie dies 
beim Falle des David gezeigt wurde) dort einen günstigen 
Hintergrund finden. Wir aber halten nur die Mitte des 
Platzes für dazu geeignet, woher allein es schon kommt, 
daß wir auf jedem noch so großen Platze bestenfalls nur 
eine einzige Aufstellung machen können. Wenn aber der 
Platz unregelmäßig ist und sonach ein Mittelpunkt sich 
geometrisch nicht abzirkeln läßt, dann können wir nicht 
einmal dieses einzige Monument unterbringen und der Platz 
muß für ewige Zeiten vollständig leer bleiben. 
Diese Erwägung führt aber zu einem anderen Grund 
satz alter Städteanlagen, dem der folgende Absatz gewid 
met ist.
	        
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