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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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DAS FREIHALTEN DER MITTE. 
In Italien können als Beispiele dieser Aufstellung - ge 
nannt werden: Der Brunnen vor dem Palazzo vecchio auf 
der Signoria zu Florenz; der Brunnen vor dem Palazzo 
communale zu Perugia; ferner die Anlage auf Piazza 
Farnese zu Rom, wo der Brunnen gleichfalls an der 
Straßenflucht steht und nicht in der Achse des Palastes 
oder in der Platzmitte. 
Von Monumentaufstellungen dieser Art ist [eine [der 
lehrreichsten die des Reiterbildes des Gattamelata von 
Donatello vor S. Antonio zu Padua. Diese merkwürdige, 
total unmoderne Aufstellung kann gar nicht eindringlich 
genug dem Studium empfohlen werden. Zunächst ist man 
frappiert wegen des groben Verstoßes gegen unsere ewig 
gleiche, einzige moderne Platzwahl. Hierauf merkt man 
die vortreffliche Wirkung des Monumentes an dieser 
sonderbaren Stelle, und endlich überzeugt man sich, daß, 
im Mittelpunkte des Platzes aufgestellt, die Wirkung nicht 
entfernt so groß sein könnte. Die Wegrückung aus der 
Mitte aber einmal zugegeben, folgt alles übrige, auch die 
Herausdrehung auf die Straße von selbst. 
Zu der antiken Regel, die Monumente am 
Rande der Plätze herum zu stellen, gesellt sich 
also die weitere echt mittelalterliche und mehr 
nordische: Monumente, besonders aber Markt 
brunnen, auf den toten Punkten des Platz 
verkehres aufzustellen. Beide Systeme durchdringen 
sich oft genug. Beiden Fällen gemeinsam ist die Ver 
meidung der Verkehrsrichtungen, der Platzmitten und über 
haupt der Mittelachsen und eine überaus günstige künstleri 
sche Wirkung. Auffallend ist, wie sich bei diesem natür 
lichen System die Anforderungen des Verkehres und der 
künstlerischen Wirkung gegenseitig decken, aber begreif 
lich, denn was in dem einen Sinne die Freihaltung der 
Verkehrsrichtung, das bedeutet in dem anderen Falle die 
Freihaltung der Visurrichtung. Daß auch die Sehrichtung 
auf Hauptportale, hervorragend ausgestattete Gebäudeteile
	        
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