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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

DAS FREIHALTEN DER MITTE. 
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U. s. vv. nicht durch Monumente verstellt werden sollte, ist 
leicht begreiflich, denn in diesem Falle stört das Monument 
Ansicht und Genuß des Gebäudes, und umgekehrt sind reich 
und mannigfach gegliederte Bauteile der denkbar un 
günstigste Hintergrund für ein Monument. Demzufolge 
müssen auch aus rein künstlerischen Rücksichten Monumente 
aus den Mittelachsen zur Seite rücken, wie dies schon im 
alten Ägypten ausnahmslos der Fall war. Ähnlich wie 
Pharaonenbilder und Obelisken neben den Tempelpforten, 
steht Gattamelata und die kleine Säule neben dem Eingang 
auf dem Domplatz. Das ist das ganze 
heute bereits so schwer verständlich 
gewordene Geheimnis. 
Aber nicht bloß den Monumenten 
und Brunnen gegenüber gilt die Regel 
der Freihaltung der Mitte, sondern auch 
in bezug auf Gebäude, besonders Kir 
chen, welche gleichfalls heute fast aus 
nahmslos in die Mitte der Plätze ge 
stellt werden, ganz entgegen der älteren 
Gepflogenheit. Die nähere Untersuchung 
dieser Verhältnisse lehrt, daß Kirchen 
früher, besonders in Italien, nicht frei 
stehend aufgeführt wurden. In Italien 
stehen mit diesem Anbauen oder Einbauen der Kirche an 
einer, zwei oder drei Seiten auch beachtenswerce Platz 
bildungen im Zusammenhang, welche nunmehr in Unter 
suchung zu ziehen sind. 
Eine ganze Musterkarte von verschiedenen Einbauungen 
bieten die Kirchen von Padua. Nur an einer Seite ange 
baut ist da S. Giustina (Fig. 11), an zwei Seiten S. Antonio 
und del Carmine, die Jesuitenkirche an eineinhalb Seiten. 
Die vorliegenden Plätze sind sehr unregelmäßig. 
In Verona sind sämtliche Kirchen ein- oder wenigstens 
angebaut, und nur das eine Streben deutlich erkennbar, 
vor dem Hauptportal einen größeren Platz herauszube- 
Fig. 11. 
PADUA: S. Giustina.
	        
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