DAS FREIHALTEN DER MITTE.
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Fig. 18.
Eine eigentümliche Anordnung zeigt der Domplatz
von Brescia, Fig. 21, welche aber ganz gut zu dem geschilderten
System paßt, da
die Domfassade als Begrenzung
des Domplatzes dient.
Diesem festgeschlossenen
und sichtlich mit Bewußtsein
durchgeführten Systeme
läuft bekanntlich unser modernes
schnurgerade entgegen.
Wir scheinen es gar
nicht anders für möglich zu
halten, als daß jede neue
Kirche mitten auf ihren Bauplatz
gestellt wird, damit sie
ringsherum freiliegt. Diese Aufstellung hat aber nur Nachteile
und keinen einzigen Vorteil. Für das Bauwerk ist diese
Aufstellung die ungünstigste, weil der Effekt sich nirgends
konzentriert, sondern ringsherum
gleichmäßig zerc
splittert. So ein freigelegtes
Bauwerk bleibt ewig eine
Torte am Präsentierteller. Ein
lebensvolles, organisches Verwachsen
mit der Umgebung
ist da von vornherein ausgeschlossen;
ebenso die erfolgreiche
Hervorrufung von
Perspektiveffekten,fürweiche
ein Raum zum Zurücktreten,
LUCCA: S. Michele.
Fig. 19.
VICENZA.
ein Platz von ähnlicher Bildung, wie am Theater die Bühne,
erforderlich ist, in dessen Hintergrund die zu überschauende
.Fassade angebracht sein müßte.
Auch für den Bauherrn ist diese Aufstellung unter
allen die ungünstigste, denn sie zwingt dazu, mit großen
Sitte, Der Städtebau.