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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

DAS FREIHALTEN DER MITTE. 
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ihres elliptischen Grundrisses würde sie, von der Seite her 
betrachtet, viel zu breit und unförmlich, geradezu unschön 
aussehen. Fischer v. E. hat diese Grundform, welche ihm 
anderseits allerlei Vorteile und Neues gewährte, gewiß nur 
deshalb gewählt, weil die Seitenansichten ausgeschlossen 
waren und der Kuppelbau allein in bezug auf die Vorder 
ansicht proportioniert werden konnte. Beraubt man sein 
Werk dieser notwendigen Voraussetzung der ganzen Kon 
zeption, so wird ihm einfach seine künstlerische Berechtigung 
geraubt und dem Meister großes Unrecht zugefügt. 
Solche Fälle ließen sich noch viele anführen. Es ist 
eine förmliche Modekrankheit, dieser Freilegungswahn, den 
R. Baumeister in seinem Handbuch des Städtebaues sogar 
zur Norm erhebt mit folgenden Worten: »Alte Bauwerke 
sollten geschont, aber herausgeschält und restauriert 
werden«, wozu noch aus dem Folgenden hervorgeht, daß 
sie auch auf freie Plätze und in die Straßenachse gebracht 
werden sollen durch Umgestaltung ihrer Umgebung. Dieser 
Vorgang ist denn auch allenthalben in Übung, und ganz 
besonders blüht die Spezialität des Freilegens von alten 
Stadttoren. Da wurde das Holstentor in Lübeck, das Tanger- 
mündetor in Stendal, das Karlstor in Heidelberg freigelegt 
und erst jüngst die Freilegung der Porta pia zu Regens 
burg beschlossen. Eine recht schöne Sache so ein frei 
gelegtes Stadttor, um das man herumspaziert, statt hin 
durchzugehen !
	        
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