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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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DIE GESCHLOSSENHEIT DER PLATZE. 
Fig. 25. 
U 
RAVENNA: Domplatz. 
war nicht mehr Zufall. Heute würde man im gleichen Falle 
mit diesen Zufälligkeiten gründlich aufräumen und gar 
schöne breite Breschen in die Platzwand schlagen, wie es 
ja tatsächlich überall geschieht, wo schön geschlossene alte 
Plätze erweitert und modernisiert werden. Zufall ist es 
gewiß auch nicht, daß man bei allen alten Plätzen ein dem 
modernen System schnurgerade ent 
gegengesetztes in bezug auf Ein 
mündung der Straßen beobachten 
kann. Heute ist es Regel, an jeder 
Platzecke sich zwei Straßen senk 
recht schneiden zu lassen, wahr 
scheinlich damit dort das Loch in der 
Platzwand noch größer werde und 
jeder sogenannte »Häuserblock« oder 
»Baublock« möglichst vereinzelt für 
sich dastehe und ja keine geschlossene Gesamtwirkung auf 
komme. Bei den Alten war gerade das Geg'enteil Regel, 
nämlich an den Straßenecken womöglich nur je eine Straße 
münden zu lassen, während die zweite Richtung erst tiefer 
in dieser Straße abzweigte, 
wo dies vom Platz aus nicht 
mehr gesehen werden kann. 
Aber noch mehr. Diese 
drei oder vier Eckstraßen 
münden jede nach einer 
anderen Richtung ein, und 
dieser merkwürdige Fall 
kommt so ungemein häufig 
vor, entweder rein oder 
ganz durchgeführt oder 
wenigstens teilweise, daß auch das als einer der bewußt 
oder unbewußt herrschenden Grundsätze des alten Städte 
baues angesehen werden muß. Bei näherer Überlegung 
findet man leicht, daß mit diesem Straßenansatz, nach Art 
von Turbinenarmen gerichtet, der günstigste Fall gewählt 
Fig. 26. 
MANTUA: Piazza S. Pietro. 
a. S. Pietro. b. Pal. Reale. c. P. Vescovil
	        
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