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DIE GESCHLOSSENHEIT DER PLÄTZE.
angeordnet; ebenso der große Rathausplatz von St. Pölten
und eine ungezählte Menge von anderen. Daß dieses System
überraschend zahlreichen Plätzen wenigstens teilweise zu
gründe liegt, kann auch aus allen früher beigegebenen und
noch folgenden Platzskizzen entnommen werden.
Hiemit sind aber die Hilfsmittel der Alten, eine Platz
wand geschlossen zusammenzuhalten, noch nicht erschöpft.
Ein häufig zu diesem Zweck angewendetes Motiv ist der
überbaute weitgespannte Torbogen, wodurch für den An
blick ein tadelloser Abschluß ermöglicht wird, während
dem Verkehr je nach Zahl und Größe der Öffnungen be
liebig Rechnung getragen werden kann.
Auch dieses herrliche Motiv kann heute als ausge
storben oder, besser gesagt, ausgetilgt betrachtet werden.
Unter den hauptsächlich hier anzuführenden Beispielen
ragt wieder Florenz hervor mit seinem Uffizienportikus in
nächster Nähe der Signoria (Fig. 30) mit dem Durchblick
auf den Arno. In Italien gibt es kaum eine größere Stadt,
welche nicht mehrfach Gebrauch davon gemacht hätte;
nördlich der Alpen ist dieses Motiv ebenso zu Hause. Nur
einige der prächtigeren Durchbildungen sollen hier genannt
sein, wie das Langgasser Tor zu Danzig mit drei Durch
gängen und palastartigem Aufbau von feinster Gliederung
und Proportion; der überbaute Torweg zwischen dem Rat
haus und dem Kanzleigebäude zu Brügge; der originelle
Kerkboog (sogenannte Kirchbogen) zu Nymwegen, 1542
von W. Nürnberger errichtet. Diesem ähnelt im Grundrisse
etwas die mit einem Zinshaus überbaute Durchfahrt von
der Bürgerwiese in die Portikusstraße zu Dresden mit zwei
Durchfahrten und zwei Gehöffnungen, so daß der Verkehr
nicht im geringsten behindert und doch die vollkommene
Schließung der Platzwand erzielt ist. Auch die kaum irgend
wo übertroffene Schönheit des Josefsplatzes in Wien wurde
nur durch Vermittlung zweier Torbogen möglich, weil
sonst bei Aufrechthaltung des nötigen Verkehres die
wunderbar großartige Zusammenfassung der drei Haupt-