GRÖSSE UND FORM DER PLÄTZE.
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Hauptfassaden von Kirchen der Fall ist. Liegt aber der
Platz vor einem Gebäude mit vorwiegender Breitenent
wicklung, wie es meist bei Rathäusern der Fall ist, so soll
auch der Platz eine ähnliche Breitenbildung erhalten. Da
nach wären Kirchenplätze meist als Tiefenplätze, Rathaus
plätze meist als Breitenplätze zu behandeln und demgemäß
auch bei der Aufstellung von Monumenten und anderem
vorzugehen. Als Beispiel eines in Format und Dimensionen
wohl angelegten Breitenplatzes sei die Piazza Reale von
Modena (Fig. 38) gewählt. Der neben angeschlossene
Kirchenplatz folgt dagegen dem Typus des Höhenplatzes,
und möge es nicht
unbemerkt bleiben,
wie klug hier in
diesem Sinne auch
die Straßenmündun
gen gelegt sind, alle
in Rücksicht auf die
Hauptb lickrichtung
gegen die Kirche hin.
Vor der eingebauten
Kirche vorbei läuft
eine Straße, welche die Geschlossenheit und den Effekt des
Platzes nicht schädigt, weil die Blickrichtung auf dieselbe
senkrecht steht. Im Rücken des Beschauers münden aber zwei
Straßen in der Richtung gegen die Kirche, welche somit den
Begriff dieser Hauptrichtung noch verstärken, die Geschlossen
heit des Platzbildes aber schon deshalb nicht schädigen,
weil sie eben, hinter dem Rücken des Beschauers liegend,
nicht gesehen werden. Beachtenswert erscheint noch der
Vorsprung des Schloßbaues, welcher einerseits den Ausblick
in die vierte Straße vorteilhaft deckt und zugleich die
beiden Plätze besser auseinanderhält. Auch sei aufmerksam
gemacht auf den günstigen Kontrast der zwei so knapp
aneinander liegenden Plätze, welcher die Wirkung eines
jeden durch den entgegengesetzten Effekt des anderen'noch
Sitte, Der Städtebau. *
Fig. 33.
MODENA:
I. P. di S. Dominico. II. Piazza Reale.