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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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PLATZGRUPPEN. 
womit das alles zu stände kam, trägt gewiß nicht wenig 
dazu bei. 
Eine der herrlichsten Vereinigungen von zwei Plätzen 
bildet das Herz Venedigs. 
Der Markusplatz (I) und die Piazzetta (II) in Fig. 49. 
Der erstere ein Höhenplatz in bezug auf S. Marco, ein 
Breitenplatz in bezug auf die Prokurazien. Der zweite ein 
Breitenplatz in bezug auf die Front des Dogenpalastes, 
aber vor allem ein Tiefenplatz in bezug auf die herrliche 
Aussicht über den Canal grande nach S. Giorgio Maggiore 
hinüber. Noch ein dritter kleiner Platz schließt sich seit 
wärts von S. Marco an. So 
viel Schönheit ist auf diesem 
einzigen Fleckchen Welt 
vereinigt, daß kein Maler 
noch je Schöneres ersonnen 
hat an architektonischen 
Hintergründen, kein Thea 
ter noch je Sinneberücken 
deres gesehen hat, als es 
hier in Wirklichkeit zu er 
stehen vermochte. Das ist 
in Wahrheit der Herrscher 
sitz einer großen Macht, 
Fig. 48. 
VICENZA: 
Piazza dei Signori vor der Basilika des Palladio. 
einer Macht des Geistes, der Kunst und Industrie, welche 
die Schätze der Welt auf ihren Schiffen vereinigt, von hier 
aus aber die Herrschaft über die Meere ausübt, an diesem 
schönsten Punkt des Erdenrundes die gewonnenen Schätze 
genießt. Nicht einmal Titian und Paul Veronese haben in 
ihren frei komponierten Stadtbildern (Hintergründe der 
großen Hochzeitsbilder etc.) etwas noch Herrlicheres zu 
ersinnen vermocht. Sehen wir zu, mit welchen Mitteln diese 
unübertroffene Pracht erreicht ist, so zeigen sich die auf 
gewendeten Mittel allerdings von ungewöhnlichster Art. Die 
Wirkung des Meeres, die Häufung prächtigster Monumental 
bauten, die Fülle von plastischem Schmuck an denselben,
	        
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