PLATZANLAGEN IM NORDEN EUROPAS.
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gen Kapellenkranz des Chores, und der einzige symmetrische
Mittelpunkt beim Seitenschiff steht nicht in der Mitte. Alles
entspricht hier der Langhausrichtung des Inneren, welche
eine ihrer inneren Natur zuwiderlaufende Betrachtung von
der Seite aus größerer Entfernung gar nicht verträgt. Sogar
am Zeichenpapier kann man einen Langhauskirchenbau mit
Turmfassade in der Seitenansicht nicht so darstellen, daß
eine wohlgefällige Zeichnungseinteilung entsteht, es sei denn,
daß man das oberste Turmgeschoß samt Helm wegläßt, um
ein mehr gleichmäßiges Format zu bekommen, wie dies bei
solchen Zeichnungen auch meist geschieht. So zwingt sich
uns die Erkenntnis auf, daß die alten gotischen Dome gar
sehr zu ihrem eigenen Vorteil ringsherum so eng verbaut
sind und nur zum Hauptportal freien Zutritt haben, was
auch der Bewegung des Volkes zu der Kirche, dem Ein
züge von Prozessionen durch das Hauptportal etc. natur
gemäß entspricht. Man denke sich in was immer für einer
Stadt eine ehrwürdige, alte, gotische Kirche mitten auf
einen endlos sich hindehnenden Exerzierplatz gestellt, und
man wird nach der bloßen Vorstellung zugeben müssen, daß
hier die eigentümliche, gewaltige Wirkung des Bauwerkes
geradezu vernichtet wäre. Die Freilegung des Kölner Domes
näherungsweise, aber noch mehr die kleinere Votivkirche
von Wien auf noch viel größerem Platz sind Beispiele
hiezu. Die Wiener Stephanskirche würde, auf den endlos
leeren Votivkirchenplatz versetzt, ihre ganze jetzige myste
riöse Wirkung einbüßen, während die herrliche \ otivkirche,
an Stelle des Straßburger Münsters oder an Stelle von
Notre Dame zu Paris versetzt, eine viel mächtigere Wir
kung hervorbringen müßte als in ihrer jetzigen unpassenden
Umgebung.
Auch im Norden gilt sonach dasselbe Prinzip des Ein
bauens, wenn auch unter etwas veränderten Verhältnissen.
Zu Straßburg sind zwölf Kirchen an- und eingebaut, auch
der Dom, und nur eine freistehend; zu Mainz sind die alten
Kirchen samt dem Dom gleichfalls eingebaut, ebenso zu