MAK

Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

PLATZANLAGEN IM NORDEN EUROPAS. 
83 
Fig, 68. 
seinem ersten Buche sagte: »Es ist die Zier des Geistes, der 
Roms Volk auszeichnete, gesunken und dahin die Sorgfalt 
eines' weisen Senates; wer wird 
nun diesen Künsten nachgehen 
können, welche jene Meister, reich 
an Begabung, sich ersannen, wer 
vermag sie uns zu zeigen?« Ganz 
entschwunden war die Erinnerung 
an die Pracht des antiken Roms 
aber nicht und weht uns ein eigen 
tümlicher Hauch dieses Geistes 
noch heute wundersam entgegen, 
wenn wir auf dem Domhof zu 
Hildesheim die kleine eherne 
Nachbildung der Trajanssäule er 
blicken und durch die ehernen 
Pforten des Domes an die Erztüren des Pantheons gemahnt 
werden. 
Das Musterbild des antiken 
Roms entschwand aber mehr und 
mehr der Erinnerung, auch in 
Italien selbst. Die Welt der 
mittelalterlichen Kunst reifte 
ihrer Vollendung entgegen, um 
erst nach Erreichung ihrer letzten 
Ziele vom neuen dem antiken 
Muster Platz zu machen. Nun 
sollte man meinen, daß mit der 
Wiederbelebung des alten Säulen- 
und Gebälkbaues, mit dem Ein 
züge des ganzen Olympes in die 
Darstellungen der Dichtung, Ma 
lerei und Plastik man sich auch 
der altenF orumsanlagen erinnerte. 
Dem war nicht so. Straßen und 
Plätze blieben dem Stilwechsel 
LÜBECK: 
c. Rathaus. I. Marktplatz. 
Fig. 69. 
BREMEN: 
I. Domhof. 
II. Marktplatz mit 
dem Rolands 
standbild. 
a. Dom. 
b. Rathaus und 
Börse. 
c. Frauenkirche. 
6*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.