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PLATZANLAGEN IM NORDEN EUROPAS.
entrückt und änderten sich nur insoferne, als der veränderte
Stil der sie umgebenden Bauwerke einen verschiedenen
Anblick darbot. In der künstlerischen Entwicklung der Bau
werke selbst waren aber Elemente enthalten, welche schließ
lich auch für die Formgebung der Plätze noch entscheidend
werden sollten, wenn auch nicht im Sinne der Antike.
Dieser Gärungsstoff war in dem Studium der perspektivischen
Wirkungen gelegen, in welchem endlich Malerei, Plastik
und Architektur miteinander wetteiferten. Eine Menge
architektonischer Anord
nungen, ja sogar eine
Reihe von neuen Ge-
bäudearten(Gloriette,Bel
vedere etc.) verdanken
diesem Streben nach star
ken perspektivischen
Wirkungen ihre Entste-
- hung. Nicht genug, daß
alle perspektivischen
Hilfsmittel an den archi-
münster : Domplatz. tektonischen Hintergrün-
a. Dom. b. Bischofshof. c. Museum, d. Stände- (Jgj. Malerei erschöpft
haus. e. Bank. ,
wurden, auch in der Wirk-
lichkeit sollte dies alles verkörpert werden. Nicht genug,
daß die Herstellung effektvoller Bühnenbilder für die Theatre
als eigene Kunst gepflegt wurde, auch der Architekt sollte
seine Gebäude, Kolonnaden, Monumente, Brunnen, Obelisken
und anderes nach gleichen Regeln zur Aufstellung bringen.
Da entstanden denn die großen dreiseitig geschlossenen Vor
plätze bei Kirchen und Palästen, Gartenparkette, Fern
sichten, Durchblicke aller Art und die reiche Durchbildung
des Motives der Auffahrtsrampe vor den Monumental
bauten. Der bühnenbildartige Raum, auf drei Seiten ge
schlossen, an der vierten (der Zuschauer-) Seite offen,
wird zum Hauptmotiv aller Anordnungen. Die ganze Fülle
dieser wirkungsvollen Motive ist neu, das unstreitbare