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102 Ovales Henkelgefäß mit Untersatz; Gräfl. Harrach’sche Fabrik, Neuwelt (Böhmen), vor 1820;
mattiertes weißes Glas mit Golddekor; Höhe: 11,3 cm (mit Untersatz), Länge: 25,1 cm (Unter
satz). - Technisches Museum Wien, Inv. Nr. TH 11722, 11723
102 Oval vessel with stand; Count Harrach Glassworks, Neuwelt (Bohemia), prior to 1820;
frosted white glass with gilt decoration; height: 11.3 cm (with stand), length: 25.1 cm (stand). -
Technical Museum Vienna, inv. nos. TH 11722, 11723
Dem Eisglas widmete auch Gerner einen Abschnitt in seinem Buch über die Glasfabri
kation:
Eisglas. Dieses Glas verdankt seinen Namen, dem dem Eise nicht unähnlichen äußeren Aus
sehen. Die rauhe Oberfläche wird dem Glase dadurch ertheilt, daß der Arbeiter das zum Külbchen
ausgearbeitete Glas rothglühend rasch so lange in kaltes Wasser taucht, bis die Oberfläche er
starrt und nach allen Richtungen zerspringt. Das Glas wird dann im Arbeitsloch wieder ange
wärmt und wie gewöhnlich weiter verarbeitet, wobei die feinen Sprünge sich noch erweitern und
zerklüften.
Sogenanntes befrorenes Glas wird dargestellt, indem man auf der Oberfläche des Glases
ein nicht allzu feines Bleikrystallpulver von möglichst gleichmäßigem Korne mit einem geringen
Versatz leicht schmelzbaren Flusses aufträgt und die solcher Art überzogenen Gläser beim Bren
nen so weit erhitzt, daß der feinkörnige Ueberzug nur anbackt, aber nicht schmilzt, und rauh
bleibt.
Dem Eisglase ähnlich ist das von Chance dargestellte „Brockenglas“. Zu seiner Berei
tung werden Glasbrocken fein gemahlen und 3 Theile des erhaltenen Glasmehles mit 1 Theil Sand
vermischt. Das Gemenge wird mit Wasser zu einem consistenten Brei angemacht, so daß dessen
Theile beim Drücken eben zusammenhaften, und diesem in einer dem zu fertigende Gegenstände
entsprechenden Holz= oder Metallform die Gestalt gegeben. Nach dem Pressen wird der Gegen
stand getrocknet und in einem Sandbade im Ofen so weit erhitzt, bis das Glas zu schmelzen be
ginnt und die einzelnen Sandkörner zusammenbacken. Durch die Anwendung des Sandbades
wird die Formveränderung des Glases beim Erweichen verhütet. (Gerner 1880, S. 271, 272).
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