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Full text: Farbenglas vom Biedermeier zum Art Déco, 1: Farbenpaletten weiß, schwarz, gelb, grün

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112 Glockenzug-Knopf und Türgriff; wohl englisch, vor 1853; schwarzes Glas und Metall (bez.: 
„PITT’S PATENT ■ LONDON • H & S“); Etiketten: „London 853“; Durchmesser: 6,6 cm bzw. 
9.8 cm. - Technisches Museum Wien, Inv. Nr. TH 12143, 12147; erworben aus London 1853 
112 Bell pull knob and door knob; probably English, prior to 1853; black glass and metal 
(marked: “PITT'S PATENT • LONDON • H & S”); labels: “London 853”; diameter: 6.6 cm and 
9.8 cm. - Technical Museum Vienna, inv. no. TH 12143, 12147; acquired from London 1853 
SCHWARZ - WEISS 
Aus London stammten Türgriffe und Glockenzug-Knöpfe in weißem bzw. schwarzem 
Glas mit Metallmontierung (Abb. 112, 113); die Bezeichnung mit „PITT’S PATENT“ läßt 
wohl auch auf eine Herstellung in England schließen - ob ein Zusammenhang mit der 
Londoner Weltausstellung 1851 besteht, konnte noch nicht nachgewiesen werden. 
Die sehr wirkungsvolle Kombination Schwarz-Weiß begegnet uns in einem aufwendig 
geschliffenen Becher mit sehr dickem weißem Überfang über einem im Auflicht 
schwarz, im Durchlicht dunkelgrün wirkenden Glas (Abb. 114). 
In Schwarz und Weiß stehen einander auch zwei Preßglas-Vasen gegenüber, die laut 
Inventar aus dem „Mosel-Department“ stammen (Abb. 115, 116). Einem sehr interes 
santen zeitgenössischen Hinweis verdanken wir die Erkenntnis, daß im 19. Jahrhundert 
von verschiedenen Firmen dieselben Metallformen verwendet wurden: 
Worin wir aber noch bedeutend gegen die Franzosen zurück sind, das ist in gepreßten Gläsern. 
Alles, was wir davon in Berlin u. Wien gesehen haben, ist weit zurück gegen die schönen elegan 
ten Formen und vollendeten Meisterstücke der Messingdruckmodelle, welche die Fabriken von 
St. Louis, Baccarat, Choisy und Bercey als gemeinschaftliches Eigenthum benützen. Diese vier 
bedeutenden Etablissements, statt sich durch Neid und Mißgunst zu zersplittern, geben in Frank 
reich bis jetzt das Beispiel eines seltenen Einverständnisses. . . Die Zeichnungs= und Modelli- 
rungskosten der Messingmodelle zu den gepreßten Gläsern sollen allein über 100,000 Francs ge 
kostet haben, und dennoch hat der Nutzen dieser Unternehmung die Auslagen mehr als zehnfach 
ersetzt. . . Die Fabriken in Baccarat und St. Louis verkaufen gegenwärtig das gepreßte Glas nicht 
viel theurer als gewöhnliches Hohlglas, bloß um noch die längst bezahlten Formen zu benützen 
und ihre Leute in Uebung zu erhalten . . . (Batka 1845, S. 878, 879). 
Zu den schönsten schwarzen Gläsern Österreichs gehören zweifellos die schwarzen 
Hyalithe von Buquoy und das schwarze „Metallglas“ von Zieh. Diese Bestände des 
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