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Full text: Farbenglas vom Biedermeier zum Art Déco, 1: Farbenpaletten weiß, schwarz, gelb, grün

Schwarz- und Graufärbung wird bei Gerner kurz erwähnt (Gerner 1880, S. 245): 
Schwarzfärbung. Die geforderte Färbung wird erreicht, indem man dem Glase Färbemittel 
im Ueberschuß beisetzt, so daß alte Lichtstrahlen absorbirt werden. Man verwendet zum Färben 
Mischungen von Braunstein, Eisenoxyd und Kobaltoxyd oder Chromeisenstein; auf ein bestimm 
tes Einhalten genauer Vorschriften kommt es hier wenig an. Das schwarzgefärbte Glas wird zur 
Trauerschmuck=Fabrikation in großen Mengen dargestellt und kommt unter dem Namen Hya- 
I it h in den Handel. . . 
Graufärbung. Der graue Farbenton wird erreicht, wenn man das Violett des Mangans durch 
Eisen= oder Kupfergrün neutralisirt. Das Mangan und Eisenoxyd kann auch durch Nickeloxyd ver 
treten werden... 
SCHWARZES GLAS IN ZEITGENÖSSISCHEN QUELLEN (20. JAHRHUNDERT) 
In den Ausführungen von Paul Randau finden sich graue und schwarze Gläser, dar 
unter auch das aus der Biedermeierzeit bekannte Hyalithglas (Randau 1905, S. 74, 75): 
Schwarze Gläser. 
Man kann schwarze Gläser erhalten, indem man einem Glassatze reichliche Mengen der intensiv 
färbenden Oxyde zusetzt; besonders wirksam in dieser Richtung sind das Eisenoxyd, Chrom 
oxyd und Kobaltoxyd. Da man bei der Herstellung dieser Gläser vor allem darauf hinarbeitet, das 
Glas so intensiv zu färben, daß es selbst in sehr dünnen Schichten kein Licht durchläßt, so ver 
wendet man zur Darstellung desselben keine reinen Oxyde, sondern Mineralien, welche diese 
Oxyde, wenn auch in unreiner Form, enthalten. 
Am einfachsten ist es, dem Glassatze Braunstein und Chromeisenstein zuzusetzen; wenn das 
Glas einen blauen Schimmer erhalten soll, wendet man die beiden eben genannten Mineralien in 
geringerer Menge an und ersetzt sie durch eine entsprechende Menge von Zaffer. Auch durch 
Verschmelzen von Basalt mit einem gewöhnlichen Glase erhält man schwarz aussehende Gläser. 
Je nach den färbenden Zusätzen, welche man dem Glase gibt, erscheint dasselbe von sehr ver 
schiedenem Aussehen; so wird jenes Glas, welches man unter dem Namen „Jet“ zur Herstellung 
von Trauerschmuck verwendet, nur unter Anwendung großer Mengen von Manganoxyd erhalten 
und zeichnet sich, nachdem es poliert ist, durch einen sehr schönen Glanz aus. Das als „ Hyalith“ 
bezeichnete schwarze Glas enthält gewöhnlich neben Eisen=, Mangan= und Kobaltoxyd noch 
Kupferoxyd, und geht man mit den färbend wirkenden Zusätzen bis zu 20 Prozent vom Gewichte 
der übrigen Bestandteile des Glases. Das Eisenoxyd wird in diesem Falle entweder in Form von 
zerkleinertem Roteisenstein oder von Eisenhammerschlag angewendet. In vielen Fabriken ist es 
auch üblich, dem zur Herstellung von Hyalith dienenden Satze eine gewisse Menge von Bruchglas 
zuzusetzen und wählt hierfür gewöhnlich dunkelfarbiges Bruchglas. 
Graue Gläser. 
Die Herstellung eines grau gefärbten Glases ist kaum möglich, wenn es sich um ein Glas handelt, 
welches durchsichtig sein soll. Am besten gelangt man noch zum Ziele, wenn man dem Glassatze 
so viel an Manganoxyd zusetzt, daß ein schwach violettes Glas erhalten wird und gleichzeitig auch 
feinst gemahlenen Graphit zumengt. Die schwarzen Teilchen des Graphites geben in Verbindung 
mit dem Violett, welches durch die Manganfärbung hervorgebracht wird, ein eigentümliches Blau 
grau, welches aber bei durchsichtigem Glas nicht besonders schön aussieht. 
Der Zusatz des Graphites darf erst erfolgen, wenn das Glas fertig geschmolzen ist, indem sonst 
durch den Kohlenstoff eine Reduktion der färbend wirkenden Oxyde eintreten könnte und kein 
Glas von entsprechender Färbung erzielt würde. 
Um wirklich schöne grau gefärbte Gläser herstellen zu können, muß man ein weißes, stark durch 
scheinendes Glas, wie z. B. das Alabasterglas ist, anwenden. Man erhält dann unter Benützung 
von mehr oder weniger Manganoxyd, beziehungsweise von Graphit, Gläser, deren Farbe zwi 
schen Aschgrau und Taubengrau liegt, und kann die Färbung auch durch Mitverwendung kleiner 
Mengen von Kobaltoxyd noch etwas abtönen, wenn man mehr in das Blaue neigende Farbe erhal 
ten will. 
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