Farben des Regenbogens hervor, welche demselben ein außergewöhnlich schönes Aussehen ge
währen. Geringere Stücke von Opal zeigen dieses Farbenspiel nur sehr schwach und der „ge
meine Opal“ zeigt überhaupt nur die Opalisieren im allgemeinen bezeichnete Lichtwirkung.
Es ist bis nun nicht gelungen, das feurige Farbenspiel des edlen Opales in einer Nachahmung
hervorzubringen und dürfte dies auch kaum möglich sein, da dasselbe durch eine eigentümliche
Struktur im Inneren des halbdurchsichtigen Steines zustande kommt.
Man kann aber bekanntlich ein Glas hersteilen, welches das Opalisieren sehr hübsch zeigt und
verwendet dieses Glas, dessen Herstellung wir schon beschrieben haben, gegenwärtig vielfach
zur Anfertigung von Lampenschirmen, Knöpfen usw. an. Da das gewöhnliche Opalglas eine nur
ganz unbestimmte Färbung zeigt - man kann dieselbe als bläulichgrau bezeichnen - so kann man
die Färbung für gewisse Zwecke etwas abändern. Ein kleiner Zusatz von Manganoxyd zu dem ge
wöhnlichen Opalglassatze bewirkt, daß das Glas einen rötlichen Ton annimmt; durch eine sehr
kleine Menge von Kobaltoxyd läßt sich der Ton ins Bläuliche ändern.
Wenn man ein derartiges Opalglas in der Weise faßt, - dies geschieht häufig mit jenen mugeligen
Stücken, die man zu Knöpfen verarbeitet -, daß der Glasmasse eine metallische Unterlage gege
ben wird, so wird hierdurch eine hübsche Farbenwirkung erzielt. Man verwendet als Unterlage
weiße Zinnfolie, auf welche man mit grellen Farben rote und blaue Punkte gemalt hat; diese me
tallischen Farben leuchten durch das durchscheinende Opalglas und bewirken im Auge einen
Eindruck, welcher sich zwar mit jenem, welchen ein edler Opal hervorbringt, nicht vergleichen
läßt, aber auf das Auge einen angenehmen Eindruck macht.
Außerordentlich wertvoll ist die Publikation von Hans Schnurpfeil über „Die Schmel
zung der Hohl-, Schliff-, Preß-, Tafel- und Flachengläser mit ihren verschiedenen Roh
materialien, Sätzen und Kosten“, da es zahlreiche Sätze für weißes Glas (darunter auch
solche für Preßglas, die im folgenden aber ausgeklammert bleiben) enthält (Schnur
pfeil 1906, S. 133-141); die Wiedergabe der Glassätze vereinfachte ich nur insoferne,
als ich die Abkürzungen „kg“ für Kilogramm und „g“ für Gramm verwendete:
i) Weißes Glas.
Das weiße, milchfarbene Glas, das uns unter den verschiedenen Namen, wie Milch-, Bein=,
Alabaster=, Opal=, Albatrin=, EmaiN, auch Achatglas bekannt ist, wird durch verschiedene Roh
stoffe erhalten, die durch Ausscheidungen das Glas weißopak trüben und es milchweiß färben.
Solche Trübungsmittel sind Zinnoxyd, Knochenasche, Guano, Kryolith, Fluß= und Feldspat,
Alaunerde, Federweiß, Kaolin u. a. - Bleihaltige Gläser ergeben ein schöneres und glänzenderes
Milchglas als die bleifreien Gläser. Alle Milchgläser sind leicht zum Ausschüren ihrer Färbung ge
neigt, müssen daher drei bis vier Stunden später als die gewöhnlichen Hohlglasgemenge einge
legt werden. Mit einem Alaunerdezusatz hält man ein Ausbrennen der Opakmilchfärbung hinte
nan.
Milchglas.
229. 231.
Sand 100 kg
Soda 17 kg
Pottasche 3 kg
Feldspat 22 kg
Flußspat 12 kg
Kryolith 5 kg
Kaolin 5 kg
Braunstein 150 g
Nickeloxyd 4 g
Sand 100 kg
Soda 12 kg
Pottasche 3 kg
Feldspat 20 kg
Flußspat 12 kg
Kreide 4 kg
Kryolith 4 kg
Schirmmilchglas.
230.
Sand 100 kg
Soda 9 kg
Pottasche 3 kg
Feldspat 20 kg
Flußspat 12 kg
Kryolith 5 kg
Mennige 3 kg
Mangan 20 g
Nickel 5 g
232.
Sand 100 kg
Soda 12 kg
Pottasche 5 kg
Feldspat 15 kg
Flußspat 10 kg
Kryolith (künstlich) 10 kg
Chilisalpeter 2 kg
Nickeloxyd 4 g
173