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Full text: Farbenglas vom Biedermeier zum Art Déco, 1: Farbenpaletten weiß, schwarz, gelb, grün

Auch Friedrich Egermann beteiligte sich mit zahlreichen Farbengläsern, die jedoch, da 
sie nicht eigener Erzeugung und nur von ihm veredelt waren, hier unberücksichtigt 
bleiben. 
Die Exponate aus „gefärbtem Glase“ von Steigerwald in Haida wurden - auf ihre Farbe 
hin - nicht näher beschrieben (Wien 1835, Bericht, S. 261); auffallend ist eine Farbkom- 
bination, die J. Lötz und J. Schmidt, Bergreichenstein, anwandten: „eine Zuckerschale 
aus grün und rosa gefärbtem Glas; Tafelleuchter von weißem, grün und rosa gefärb 
tem Glas“ (Wien 1835, Bericht, S. 264). Eisner in Bergreichenstein stellte zahlreiche 
Gläser aus, darunter „einen Tischaufsatz, aus weißem und Rubin=Krystallglas zusam 
mengesetzt und aus 19 St. bestehend“ (Wien 1835, Bericht, S. 270). Das gefärbte Tafel 
glas war durch Ignaz Hafenbrödl in Saar vertreten (Wien 1835, Bericht, S. 271). 
Benedikt Vivat, Langerswalde, sandte „Erzeugnisse von Krystall= und Rubinglas ... Zu 
den letzteren: eine Tasse, ein Pokal und ein Becher, ebenfalls fein geschliffen“ (Wien 
1835, Bericht, S. 278). Im Sortiment von J. Zahn und Comp., Kreibitz, waren „Glaswaa- 
ren von weißem und Beinglas, und von Hyalith“ (Wien 1835, Bericht, S. 282). 
Die herausragende Stellung von Harrach, Neuwelt, ist im Bericht zur Ausstellung 1835 
besonders betont: 
In den J. 1826 bis 1830 ist die Einglasung der Kameen, Wappen, und Münzen, die Plattirung des 
Glases mit Rubin= und anderen Farben, die Erzeugung des englischen Klangglases und die bis 
jetzt noch nicht übertroffene Fabrikation des verschieden gefärbten Kompositionsglases, zur 
Verarbeitung auf unechte Edelsteine und verschiedene luxuriöse GefäOe, zu Stande gebracht 
worden. . . Nach dem Ausspruche der Sachverständigen zeichneten sich diese Expositionsge 
genstände durch . . . mannigfaltige Färbung des Glases ... in einem so hohen Grade aus, daß sie 
zu den vollkommensten Leistungen der Glasfabrikation gezählt werden müssen. Unter den ge 
färbten Gläsern fanden sie, was die Schönheit der Farbe betrifft, an der Rubin=, Chrysopras= und 
Amethystkomposition die Aufgabe auf das Vollkommenste gelöst. . . (Wien 1835, Bericht, S. 240, 
242). 
Von den Harrachschen Exponaten wurden folgende Farbengläser aufgezählt: „Tafel 
leuchter von Goldtopas=Komposition“, „mehrere Dessertteller. . . brillantirt und roth- 
plattirt“; ein „Teller von Rubinglas“, „Tortenplatten, roth plattirt, mit weißem Durch 
schliff“; „Zuckerschalen, . . . brillantirt und aus meergrüner Chrysopras^ und 
Amethyst=Komposition“; „Blumenbecher. . . von sattblauem Glase mit Arabeskenver 
goldung“; „Trinkgläser, rosa, roth und grün plattirt, mit weißem Durchschliff, von Ru 
binglas, geschält, mit Steinschliff“, „Krüge von Rubinglas, Amethystkomposition und 
geschält“; „Bouteillen von Rubinglas“; „Schmettenkannen von Rubinglas, von Beinglas 
mit Arabeskenverzierung und geschält“; „Schmuckschalen von Chrysopraskomposi 
tion“; „Kaffeetassen von Beinglas“; „Butterschäffchen von Rubinglas“, „Schreibzeuge 
von Rubinglas, Chrysopraskomposition und schwarzem Hyalith“; „Toilettflakons .. . 
von Goldtopas=Komposition, Chrysopras=Komposition, sattgrünem Glase, rothem 
Hyalith und Steinglas“ (Wien 1835, Bericht, S. 241, 242). 
Von den Erzeugnissen von Eisner & Sohn in Bergreichenstein hob der Bericht über die 
Ausstellung der böhmischen Gewerbsprodukte in Prag (1836) das „rubinplattirte Glas“ 
hervor (Prag 1836, Bericht 1837, S. 70); die gräfliche Buquoy’schen Glasfabriken zu Sil 
berberg und Georgenthal zeigten neben Kristallglas-Objekten auch „Chokoladebe- 
cher, Fläschchen und Schreibzeuge von färbigem und Hyalithglas, nebst andern Glas 
produkten, unter welchen die vorgelegten kleinen zierlichen Gefäße von opalartigem 
Glase als einzig in ihrer Art hervorgehoben zu werden verdienen“ (Prag 1836, Bericht 
1837, S. 72). Weitere Erwähnung fanden die „Goldtopassteine“ von Zenker und Söhne, 
Josephsthal (Prag 1836, Bericht 1837, S. 75). Die „Bernsteinkomposition“ von Joseph 
Pfeiffer u. Comp., Gablonz, wird im Verzeichnis genannt (Prag 1836, Verzeichnis, Nr. 
117, S. 19). 
Daß nicht nur in Böhmen, sondern auch in anderen österreichischen Kronländern Far 
benglas hergestellt wurde, geht aus dem Katalog der Klagenfurter Ausstellung von 
1838 hervor. Benedict Vivat, Langerswald und Benedictthal, zeigte „ganz eigentümli 
che Gegenstände, als da sind: vollkommen weiß und ganz feine Krystalle, echte Rubin 
und Rubinsteingefäße, deren Färbung meist durch geschmolzene Metalle bewirket 
wird . . .“ (Klagenfurt 1838, Bericht 1839, S. 97). Der „Lebhaftigkeit der Farben“ wurde 
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