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Full text: Farbenglas vom Biedermeier zum Art Déco, 1: Farbenpaletten weiß, schwarz, gelb, grün

Mittelpunkt der Erzeugung und des Handels mit echten und falschen Steinen, den Kompositions 
steinen. Aus allen Weltgegenden kamen Fremde, um den Steinschneidern entweder edlen Roh 
stoff zuzuführen oder große Bestellungen zu machen... Im Jahre 1827 wurden mit Komposi 
tionserzeugung auf den Herrschaften Morchenstern und Kleinskai, in den Städten Turnau, Liebe- 
nau und Umgebung, in Semil, Rohozec, Großskai, Svijan 68 Glas- und Kompositionsdrucker, 2064 
Glas- und Kompositionsschleifer, elf Kompositionsbrenner beschäftigt, und in den Kompositions 
brennereien wurden 1066 Ztr. Rohstoff erzeugt; hiervon entfielen auf die Stadt Turnau 456 Ztr., 
auf den Markt Gablonz 250 Ztr., auf das Gebiet der Herrschaft Morchenstern ebenfalls 250 Ztr., 
auf die Stadt Liebenau 70 Ztr. und auf die Herrschaft Rohozec 40 Ztr. In den Glashütten zu Anto- 
niwald, Christianstal und Tiefenbach erzeugte man im gleichen Jahr 1090 Ztr. Quetschstangen 
und 1020 Ztr. Lüstersteine, hiervon zu Antoniwald 600 Ztr. Quetschstangen und 400 Ztr. Lüster 
steine, in Tiefenbach 90 Ztr. Quetschstangen und 220 Ztr. Lüstersteine. Der Wert des Umsatzes 
betrug in Kompositionssteinen 458312 fl. 39 Kr. Konventions-Münze, die Löhne der Arbeiter 
137510 fl. K. M. (Zuman 1929, S. 54, 55, 57, 58). 
SCHMELZGLAS 
„Schmelzfarben in Kuchenform“ (Abb. 23) und „Schmelzglas“ in kleinen, verschlosse 
nen Zylindergläsern (Abb. 18, 20) stellen innerhalb der Glassammlung des Techni 
schen Museums eine Besonderheit dar. 
Die kleinen, flachen Laibe der „Schmelzkuchen“ aus dem Fabriksproduktenkabinett 
des k. k. polytechnischen Instituts tragen manchmal Firmenbezeichnungen (in der Art 
von Siegelabdrucken); die Zylindergläser mit „weichem“ und „hartem“ Schmelzglas in 
verschiedenen Farben sind etikettiert, weitere Angaben finden wir im Inventar. Für eine 
Gruppe von sieben Gläsern ist dort „venetianisch“ als Provenienz angegeben: „Wei 
ches Schmelzglas, weiß“ (TH 32118), „Weiches Schmelzglas, schwarz“ (TH 32119), 
„Weiches Schmelzglas, rot“ (TH 32120), „Weiches Krystallglas zu Emailfarben“ 
(TH 32121), „Hartes Schmelzglas, grün“ (TH 32122), „Hartes Schmelzglas, weiß“ 
(TH 32123) und „Hartes Schmelzglas, blau“ (TH 32124). 
Die zweite Gruppe - ohne Herkunftsangabe - umfaßt 10 Gläser mit verschiedenfarbi 
gem Schmelzglas (ohne Präzisierung in „weich“ oder „hart“): „achatweiß“ (TH 32125), 
„Opal“ (TH 32126), „lichtviolett“ (TH 32127), „türkis“ (TH 32128), „gelb“ (TH 32129), 
„Amethyst“ (TH 32130), „roth, hart“ (TH 32131), „braunroth“ (TH 32132), „dunkelblau“ 
(TH 32133), „dunkelgrün“ (TH 32134). 
Die Fragmente von Weiß, Opal und Kristall (Abb. 18) lassen feinste Differenzierungen 
erkennen, während jene in Gelb, Blau und Grün (Abb. 20) durch Farbintensität wirken. 
Von der schwarzen, zwölfseitigen Hyalith-Platte heben sich die „Schmelzfarben in Ku 
chenform“ gut ab (Abb. 23). Fünf dieser „Kuchen“ tragen - siegelartig reliefiert - eine 
Firmenbezeichnung: „FAB: / DM. M. C° / DEL S MAR / ISOLA Dl / MURANO“, manch 
mal gut leserlich, manchmal, je nach Abdruck, sehr undeutlich (TH 32692-32696). Sie 
gehören zu einer Gruppe „Venezianische Schmelzfarben in Kuchenform, 11 Stück“, 
die aus der Glasfabrik Murano bei Venedig kam (TH 32692-32702, 1837 inventarisiert). 
Die anderen „Kuchen“ (Abb. 23) mit glatten Oberflächen bleiben unbestimmbar 
(TH 32714, 32715; manche Nummernetiketten können nicht mehr entziffert werden); 
im Inventar (TH 32713-32720) werden nur „8 Stück Schmelzfarben in Kuchenform“ ge 
nannt. 
Weitere „Venezianische Schmelzfarben in Kuchenform, 9 Stück“ sind mit dem Firmen 
namen Dalmistro, Minerbi & Co., Venedig, verbunden (TH 32703-32711, 1839 inventari- 
siert). 
Als Einzelstück (unter „Venetianer Schmelzglas-Pasten“, TH 32722, 1853 inventarisiert) 
hat sich ein Kuchen von grüner Farbe erhalten; im Inventar mit unbekannter Prove 
nienz angeführt, lassen die siegeiartig eingedrückten Worte rund um den Doppeladler 
den Namenszug FAB. P. BIGAGLIA f. L. VENEZIA erkennen, vorgesetzt - undeutlich - 
die Buchstaben K.(?) K.(?) PRIV(?) PCM(?). 
Neben Perlen und „Glasstängelchen“ befanden sich in einer „eigens dazu eingerichtete 
Schatulle mit weißem Leder gefüttert“ auch Halbedelstein-Imitationen der veneziani- 
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