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Full text: Farbenglas vom Biedermeier zum Art Déco, 1: Farbenpaletten weiß, schwarz, gelb, grün

23 Zwölfseitige große Platte mit „venetianischen Schmelzfarben in Kuchenform“: 
Platte: Gräfl. Buquoysche Glasfabrik, Georgenthal bei Gratzen (Böhmen), vor 1820; schwarzes, 
poliertes Glas („Hyalith“); größter Durchmesser: 74 cm. - Technisches Museum Wien, Inv. Nr. 
TH 33484 (Geschenk von Buquoy, 1820 inventarisiert) 
Schmelzfarben in Kuchenform: 
Inv. Nr. TH 32692-32702: Glasfabrik Murano bei Venedig, vor 1837 
Inv. Nr. TH 32703-32711: Dalmistro, Minerbi & Co., Venedig, vor 1839 
23 Large twelve-sided plate with Venetian enamel colors in cake form; Count Buquoy Glass- 
works, Georgenthal near Gratzen (Bohemia), prior to 1820; black glass (“Hyalith"), polished; 
greatest diameter: 74 cm. - Technical Museum Vienna, inv. no. TH 33484 (gift of Buquoy, 1820 in- 
ventoried) 
Enamel colors in cake form: 
Inv. nos. TH 32692-32702: Murano Glassworks near Venice, prior to 1837 
Inv. nos. TH 32703-32711: Dalmistro, Minerbi & Co., Venice, prior to 1839 
1905 
Wenn man Emaille in der Glasfabrikation benützt, so geschieht dies entweder dazu, um farblose 
Gläser zu überfangen oder Verzierungen auf schon fertiggestellten Glasgegenständen zu befesti 
gen. In beiden Fällen handelt es sich aber um Massen, welche keinen hochliegenden Schmelz 
punkt besitzen dürfen; derselbe soll vielmehr so niedrig liegen, daß schon eine ganz mäßige 
Hitze, bei welcher gewöhnliche Gläser erst anfangen weich zu werden, vollkommen ausreichend 
ist, der Emaille einen solchen Grad von Weichheit zu erteilen, um sie auf dem anderen Glase fest 
schmelzen zu machen, so daß schon gelindes Anwärmen genügt, um die Emaille mit der eigent 
lichen Glasmasse untrennbar zu verbinden. 
Wenn wir demnach den Begriff „Email“, wie derselbe für die Fabrikanten von verzierten Gläsern 
gilt, definieren wollen, müssen wir sagen: Die Emaille sind leicht schmelzbare Gläser, welchen ein 
Körper beigemengt ist, welcher ihnen eine rein weiße Farbe und einen so hohen Grad von Un 
durchsichtigkeit erteilt, daß sie selbst in sehr dünnen Schichten kein Licht durchlassen. Da man 
sich in der Glastechnik nicht bloß der weißen Emaille bedient, - diese kommt vielmehr nur zu 
meist als Überfang in Anwendung - sondern auch Emailmassen von allen Farben anwendet, müs 
sen wir den Begriff „weiß“ bei den Emaillen in der Art auf fassen, daß zwar die Emailmasse immer 
weiß ist, das Weiß aber durch gewisse Zusätze färbend wirkender Körper verdeckt wird. (Randau 
1905, S. 118) 
51 
ÜSTERR. MUSEUM 
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