54 22 „Probegläser“ („Niederzylinder“); k. k. Spiegelfabrik Neuhaus, Niederösterreich, 1813;
Höhe: 6,4-9,6 cm. - Technisches Museum Wien, Inv. Nr. TH 12593, 12595-12597, 12599, 12601-
12617
54 22 test glasses; Neuhaus Imperial Mirror Factory, Lower Austria, 1813; height: 6.4—9.6 cm. -
Technical Museum Vienna, inv. nos. TH 12593, 12595-12597, 12599, 12601-12617
trug das Gemenge wieder löffelweise in einen ungewärmten [im Druck von fremder Hand ausge
bessert auf: angewärmten] Tiegel, und erhielt nach vierzehnstündiger Schmelzzeit ein reines und
heiles aber geibgrünes Glas.
Da die Geschäfte des praktischen Arztes den Hrn. Dr. Oesterreicher nach Wien zurückriefen, so
konnte er die Versuche nicht weiter verfolgen. (Scholz 1820, S. 195-198).
Soweit Scholz über Dr. Oesterreichers Glaubersalzexperimente. In einem weiteren Ab
schnitt beschrieb er „Niedermay’rs, Gehlen's und Joris Verdienste um die Glaubersalz
glaserzeugung“:
74. Da nach Beendigung der Baaderschen Vesuche noch Manches über die Glaubersalzglaser
zeugung auszumittein übrig geblieben war (68), so machte es sich die Direktion der Spiegelfa-
birk, gewohnt in ihren Fabrikationszweigen den Fortschritten der Wissenschaften stets auf dem
Fusse zu folgen, einer allerhöchsten Anordnung gemäss, zur angelegensten Pflicht, diese Versu
che über Glaubersalzglaserzeugung fortzusetzen, um das Fehlende zu ergänzen und dieselbe
zur allgemeinen Anwendung geeignet zu machen. Weil aber in einem zum Spiegelgiessen einge
richteten Ofen die Versuche theils sehr kostspielig ausfallen, theils nicht in der gehörigen Aus
dehnung und in den nothwendig mannigfaltigen Beziehungen gemacht werden können, Hess Hr.
Hofrath v. Niedermayr einen Hohlglasofen mit vier Schmelzhäfen erbauen, der am Ende des Jah
res 1812 fertig und am 21. Jänner 1813 so weit angewärmt war, dass unter der Leitung des Hm.
Direktionsadjunkten Joris zu den Versuchen selbst geschritten werden konnte . .
75. Hr. Rath Joris unternahm im Januar einen vorläufigen Versuch, grösstentheils in der Absicht,
um die Tauglichheit des Ofens zum Glaubersalzglasschmelzen zu erforschen. Er Hess die vier
Schmelzhäfen mit folgenden Glassätzen beschicken: Der Hafen Nro. 1 mit dem von Baader zur
Erzeugung von Spiegelglas angegebenen durch den Einsiedungsprozess vorbereiteten Glas
satze; Nro. 2 mit dem von Baron Leithner zur Erzeugung von Hohlglas abgeänderten Glassatze;
Nro. 3 mit dem von Gehlen in seinen Beiträgen zur wissenschaftlichen Begründung der Glasma
cherkunst angegebenen Glassatze . . . ; Nro. 4 mit einem gewöhnlichen Pottaschenglassatze auf