& tale cuprum ex aqva protractum; eleganti colore splendet, porosum & frangibile,
simile arbusculis metallicis, sine alio additamento.. , 155 ) Dann erklärt er das Zement
wasser: Eadem aqva salsuginosa mineras cupripermeat, & per transeundo tantum cupri
dissolvit, qvantumpotest, si qvidem cuprum facile dissolvi sepatitur. Qvando jamferrum
in eadem aqvaponitur, dissolvitur ferrum, sed versa vice praecipitatur cuprum. Forman
autem clavisoleae eqvinae refert, qvia non movetur, qvalia & nospararepossumus. Nam
ferrum facilius dissolvitur qvam cuprum 156 ). Daraus schloß er: Ex hisfatis apparet, qvod
Vitriolum non sit Mater Metallorum. Und später folgert er: Ergo contrarium dicipotest,
qvod Metalla sunt Vitrioli Mater. 156 )
Ein anderer berühmter Arzt und Chemiker, Jakob Toll aus Holland, besuchte mit
seinem Famulus zu Pferde die ärarischen Gruben und beschrieb sie im Jahre 1700 nach
einem Besuch der Neusohler Quelle: Ferrum injectum consumit, formaque ejus
essentiali Ferrea corrupta, materiei reliquae ita se circumfundit, ut sex septem
hebdomadis pro Ferro Aes exhibeat eadem figura & forma. Data mihi dono Solea
Equina, Patella, Crux, in qua Ferrum necdum omne consumtum, Naturae lusum,
gratissimo spectaculo, oculis subjicit, aliaque nonnulla e Ferro effecta, & in Cuprum
immutata 157 ).
Wie bedeutungsvoll und kurios der Vorgang der Verwandlung den Zeitgenossen
erschien, erkennt man, wenn 1701 der Autor einer „Reiß-Beschreibung Von gantz
Italien“ völlig unmotiviert und ohne Zusammenhang mit seinem eigentlichen Thema
in einer „Instruction vor Raisende“ schreibt: Die Umliegende Oerter von Sene oder
Senia (?) an der Donau seynd auch voller antiquitäten. Die Minen derselbigen Land
schafft seynd gar wohlsehens werth. Man siehet in der Mine vom Hern Grünt zwey Adern
von Vitriol-Wasser / welches die Krafft hat Eysen in Kupffer zu verwandeln. Man müste
von demselbigen Wasser mitbringen / und probiren / ob es auch dieselbe Krafft eben so
wohl habe/ wann es ausser als wann es in seiner Ader ist / und ob die Kunst mit Zufügung
einiger experientz das jenige nicht solte außwürcken und zuwegen bringen können / was
durch die Natur so gemächlich verrichtet wird. 158 )
1715 erklärt der „nobilissimus, experientissimus atque excellentissimus dominus“
Melchior Verdries, Ordinarius der Medizin in Giessen, in einer Disputation über
Kupfer: Neque vero tantum in mineris reperitur cuprum, sed dantur et hinc inde aquae ex
quibus per preacipitationem obtinetur. Huius generis sunt SCEPUSIENSES, NEU
SOLEN SES in Hungaria, quae cuprum purissimum continent et hinc ferrum immersum
apparenter in cuprum convertunt. Apparenter inquam: non enim esthaec vera conversio
aut transmutatio, sed aquae vitriolicae acres aggrediuntur et rodunt ferrum et quantum
erodunt tantum cupri, lege praecipitationis, ferro apponunt, ita vt quando ferrum
temporis tractu penitus est erosum, merum cuprum in locum ipsius substitutum depre-
hendatur. 159 ) Auf deutsch aber bemerkt er an anderer Stelle humorvoll:
Wer da kennt Martis und Veneris Schlack Der kan füllen Beutel und Sack. 160 )
Das neue und curiose Bergwerkslexikon des Minerophilus Freibergensis dagegen
erklärt 1730 den Verwandlungsprozeß folgendermaßen: CEMENT-Kupffer ist ein
nidergeschlagenes und nicht verwandeltes Kupffer, welches in dem Ungarischen Berg-
werck bey der Stadt Neusohl in dem so genannten Herrn-Grunde sich findet, daselbst ist
tieff in dem Berge eine Qvelle, wenn man in selbiges Eisen leget, so wird daßelbe mit einer
Kruste von kleinen Kupffer-PARTICULN überleget, und verliehret sich unter dieser
Kupffer-Kruste immer mehr und mehr, bis es gar verzehret ist; und bleibet eben diejenige
Forme, welche das Eisen gehabt. 161 )
Der Theosoph Emanuel Swedenborg, der 1734 in einem Kapitel ausführlich der Ce-
mentation und darin Ungarn fünf Seiten widmet 1613 ), wird von keinem der späteren
Autoren außer 1751 von Denis Diderot in dessen Encyclopedie 1616 ) erwähnt.
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