MAK

Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Hauptbahnen. 
89 
beträgt die Abfuhr an Stein 
kohle rund 7500 t, zu wel 
chem Zwecke 2000 bis 2500 
Fuhrwerke in Bewegung ge 
setzt werden müssen. 
Der Nutzwasserbe 
darf wird durch eine Pump 
station und Filteranlage nebst 
800 m langer Druckleitung 
aus der Donau gedeckt. Die 
Beleuchtung des Bahnhofes 
erfolgt im Innern der Gebäude 
zumeist mit städtischem Gas, 
während die Plätze, Zufahr 
ten und Gleisanlagen durch 
elektrisches Licht beleuchtet 
werden, für welches 1895 auf 
dem Bahnhofe eine eigene 
Zentrale eingerichtet wurde. 
Letztere dient heute für 60 
Bogenlampen und 51 Glüh 
lampen, ferner zur Akkumu 
latorladung sowie zum Be 
triebe zehn verschiedener sta 
tionärer Motoren. 
Im Wagenpark sind suk 
zessive 106 Wagen (für 
Schnell- und Luxuszüge) mit 
elektrischer Beleuchtung aus 
gestattet worden. Im Jahre 
1902, in welchem auch die 
Einrichtung für Schnellade- 
akkumulatoren (4460 Zellen) 
fertiggestellt worden war, Abb - 29 - Stiegenhaus des Nordbahnhofes. 
wurde bei den bis dahin mit 
Ölgasbeleuchtung versehenen Wagen eine Verbesserung der Lichtquelle durch Einführung des 
Mischgases (1 Teil Azetylengas und 4 Teile Ölgas) erzielt. Der beschränkten Platzverhältnisse 
am wiener Bahnhofe wegen mußte schon im Jahre 1853 das an der Grenze Wiens gelegene 
Floridsdorf für die Errichtung eigener Werkstätten-Anlagen herangezogen werden, während 
in Wien nur die kleineren laufenden Reparaturen von Lokomotiven und Wagen in einer 
mit elektrischem Kraftantrieb ver 
sehenen Filialwerkstättc mit einem 
durchschnittlichen Arbeiterstand von 
94 Mann ausgeführt werden. 
Die Hauptlokomotivwerkstätte 
in Floridsdorf ist für Hauptreparaturen 
und Kesselneubau vollständig einge 
richtet und besitzt fünf Dampfmaschi 
nen von zusammen 345 PS. für 386 
Hilfsmaschinen. Als besondere Ein 
richtung sind .zu erwähnen eine hy 
draulische Nietvorrichtung, eine Me 
tallgießerei, eine elektrisch angetrie 
bene Hebevorrichtungfür Lokomotiven 
Abb. so. Kohlenbahnhof der Nordbahn. schwerster Gattung, eine zehnteilige 
Lokomotivwage, eine Zerreißmaschine 
und ein Schlagwerk für Materialfestigkeitsproben. In den gedeckten Räumen ist für 55 Lokomotiven 
Raum. Im Jahre 1902 wurden von durchschnittlich 875 Arbeitern 292 Lokomotiven repariert
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.