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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Hauptbahnen. 
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mauern von 155m Höhe und Im Dicke. Zur Vermeidung des Seitenschubs wurde für die 
Bundgesperre die Konstruktion des Sichelträgers gewählt, welche in Entfernungen von 10'5m 
angeordnet wurden. 
Das Aufnahmsgebäude wurde nach dem Entwurf des Architekten W. Bäum er unter der 
Bauleitung des Architekten Th. Reuter in den Jahren 1870—1873 erbaut. Die Unterfahrt trägt 
die allegorischen Figuren der bedeutendsten durch die Nordwestbahn erreichbaren Städte, von 
Bildhauer Melnitzky ausgeführt. Im Wartesaal I. Klasse befinden sich sechs Wandbilder mit 
Ansichten vom Maler Burghart, in dem vom Bildhauer Schönthaler ausgeführten Hofsalon 
sechs Deckcnbilder von Win der. 
Der Güterbahnhof umfaßt sieben Magazine von je 92m Länge und 12 und 16m 
Breite, sechs kleinere Bahn- und zehn Privatmagazine mit zusammen 18.668 m 2 Lagerfläche. 
Hierzu kommen 7806 m 2 Lagerfläche auf Verladerampen und Verladeperrons, 4513 m 2 in 
Kohlenmagazinen und Kohlenrutschen für 12.000 t Kohle und 9080 m 2 freie Lagerplätze. Zur 
Güterbewegung dienen außer Waren auf zügen, Lauf- und Wandkränen bis 3 t Tragfähigkeit 
Abb. 32. Schnitt durch das Aufnahmsgebäude der Österreichischen Nordwestbahn. 
in den Magazinen zwei freistehende Trägerkräne von je 6 t Tragfähigkeit und ein fahrbarer 
Güterkran von 10 t. Im Frachtenrangierbahnhof sind die Gleisegruppen entsprechend den Ab 
teilungen des Frachtenbahnhofes angelegt. Die Gleise jeder Gruppe sind nicht nur an ihren 
beiden Enden mittels Weichen verbunden, sondern auch in ihrer halben Länge durch englische 
Weichenstraßen unterteilt, so daß diese Gruppen nicht nur zum Rangieren, sondern auch zur 
ungehinderten Ein- und Ausfahrt der Güterzüge benützbar sind. 
Der Nutzwasserbedarf wird durch Grundwasser nach Reinigung nach dem System 
Beranger gedeckt. Die Beleuchtung des Bahnhofes erfolgt durch Leuchtgas aus der städtischen 
Gasanstalt und Auer-Brenner. Die auf dem Stationsplateau errichtete Ölgasanstalt für Beleuch 
tung der hierfür eingerichteten Personenwagen ist für eine Leistungsfähigkeit von 100.000 m :t 
pro Jahr berechnet.
	        
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