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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

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Verkehrswesen.

Die  nächstgelegene  Hauptwerkstätte  befindet  sich  in  der  Station  Jedlesee  und  fällt
demnach  außer  Besprechung.
Die  Verkehrsdichte  ab  und  nach  Wien  belief  sich  im  Jahre  1902  auf  13.524  Personenund
  5161  Güterzüge  mit  zusammen  411.026  Wagen  und  einem  Gesamtgewicht  von  5,140.517  t.
Die  Zahl  der  abgereisten  und  angekommenen  Passagiere  betrug  2,312.587,  das  Gewicht  der
aufgegebenen  und  angekommenen  Güter  503.399  t.  Die  größte  Zahl  der  binnen  24  Stunden
abgereisten  und  angekommenen  Passagiere  belief  sich  auf  18.725.

K.  k.  österreichische  Staatsbahnen.
Den  Grundstock  des  Netzes  der  k.  k.  österreichischen  Staatsbahnen  bildeten  die  in  den
Jahren  1873—1876  als  Notstandsbauten  ausgeführten  Istrianer  und  Dalmatiner  Staatsbahnen
sowie  die  Linie  Rakonitz—Protivin  in  Böhmen.  Nach  verschiedenen  anderen  Linien  wurde  im
Jahre  1881  die  von  Wien  ausgehende  Kaiserin  Elisabeth-Bahn  in  den  Staatsbetrieb  übernommen
und  im  folgenden  Jahre  die  erste,  dem  Ministerium  unterstehende  Zentralstelle  für  die  Verwaltung ­
  der  Staatsbahnen  mit  der  k.  k.  Direktion  für  Staatseisenbahnbetrieb  geschaffen.  Das
Netz  der  Staatsbahnen  vergrößerte  sich  durch  Ankauf,  Bau,  Betriebsübernahme  etc.  derart,  daß
gegenwärtig  12.207  km  im  Staatsbetriebe  stehen.  Dieselben  unterstehen  (nach  mehrfachen
Organisationsänderungen)  gegenwärtig  dem  k.  k.  Eisenbahnministerium  und  werden  von
11  Staatsbahndirektionen  verwaltet.  Die  Linien  des  Amtsbezirkes  der  Staatsbahndirektion  Wien
durchziehen  die  westlich  von  Wien  gelegenen  Landgebiete.  Von  Wien  weg  führen  sie  mittels
der  ehemaligen  Kaiserin  Elisabeth-(West-)Bahn  nach  Oberösterreich  und  darüber  hinaus,  mittels
der  ehemaligen  Kaiser  Franz  Josefs-Bahn  in  das  westliche  Böhmen.  Einschließlich  der  in  ihrem
Betriebe  befindlichen  Wiener  Stadtbahn  liegen  103  km  mit  30  Stationen  und  42  Haltestellen  im
Gemeindegebiete  von  Wien,  welche  Länge  nahezu  zwei  Drittel  sämtlicher  innerhalb  Wiens  gelegenen ­
  Bahnen  entspricht.

A.  Kaiserin  Elisabeth-(West-)Bahn.
Obwohl  die  ersten  Vorerhebungen  für  diese  Bahn  bereits  1842  seitens  der  Regierung
gepflogen  wurden,  gelangte  deren  erste  doppelgleisige  Teilstrecke  Wien—Linz  erst  im  Jahre  1858
als  Privatbahn  zur  Eröffnung.  Gegenwärtig  im  Eigentume  des  Staates,  vermittelt  sie  den  Verkehr
mit  den  westlichen  Provinzen  Österreichs  und  weiterhin  mit  Böhmen  sowie  dem  westlichen
Auslande,  durch  die  ebenfalls  verstaatlichte  Kronprinz  Rudolf-Bahn  mit  den  südlichen  Kronländern
  und  Italien,  während  sie  endlich  durch  die  im  Bau  begriffenen  neuen  Alpenbahnen
auch  eine  direkte  Verbindung  mit  Triest  schaffen  wird.  Mehrfache  Verzweigungen  innerhalb
Niederösterreichs  verbinden  sie  mit  anderen  Bahnen  oder  erschließen  neue  Gebiete.  Speziell
innerhalb  des  Gebietes  von  Wien  geht  von  Penzing  eine  Verbindungskurve  der  Wiener  Verbindungsbahn ­
  ab  und  schließt  in  der  gleichen  Station  die  Vorortelinie  der  Wiener  Stadtbahn
an,  welch  letztere  auf  dem  von  hier  vier-  und  nach  Aufnahme  einer  zweiten  Verbindung
mit  der  Wiener  Verbindungsbahn  fünfgleisigen  Bahnkörper  bis  Hütteldorf-Hacking  läuft,  das
als  Ausgangspunkt  der  Vororte-  und  Wientallinie  der  Wiener  Stadtbahn  wie  der  Wiener
Verbindungsbahn  zu  einer  größeren  Station  mit  zwei  Haupt-  und  fünf  Zwischenperrons  ausgestaltet ­
  wurde.  Jenseits  der  nächstgelegenen  Haltestelle  Hütteldorf-Bad  verläßt  die  Hauptlinie,
8  km  vom  Anfangspunkte  entfernt,  das  Gebiet  von  Wien.
Um  den  dichtesten  Lokalverkehr  vom  Fernverkehr  trennen  zu  können,  ist  zwischen
Hütteldorf  und  Purkersdorf  ein  drittes  und  viertes  Gleis  im  Bau  begriffen.
Der  Bahnhof  in  Wien,  welcher  fast  im  Niveau  der  anschließenden  Straßen  liegt,  wird
mittels  der  115  m  langen  eisernen  Schmelzbrücke  und  des  207  m  langen  Rustensteges  übersetzt
(siehe  Abschnitt:  Brücken).  In  Penzing  kommt  demnächst  eine  eiserne  Überfahrtsbrücke  über
14  Stationsgleise  sowie  eine  Straßenunterführung  mit  sieben  über  dieselbe  geführten  eingleisigen
eisernen  Brücken  zur  Ausführung.  Der  Westbahnhof  (siehe  Abb.  33  a  und  33  b)  erstreckt
sich  vom  Neubaugürtel  bis  zur  1635  m  entfernten  Schönbrunner  Hofallee  in  einer  mittleren
Breite  von  170  m  bei  einer  Grundfläche  von  28  ha,  in  welche  auch  die  Area  der  Werkstätte
einbezogen  erscheint,  weil  viele  Gleisanlagen  dieser  letzteren  auch  zu  Betriebszwecken  benützt
werden  müssen.  Die  rasche  Verbauung  der  zunächst  des  Bahnhofes  gelegenen  Grundfläche
machte  eine  seit  langem  dringende  Vergrößerung  des  Bahnhofes  bis  nun  untunlich,  und
mußte  deshalb  die  nächste  Station  Penzing  zum  Dienste  für  Wien  herangezogen  werden,
            
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