Hauptbahnen.
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während in neuerer Zeit die Verkehrsabwicklung auf der Wiener Stadtbahn eine weitere
Entlastung des Wiener Bahnhofes nach sich zog. Selbst mit Einbeziehung von Penzing stehen
der — namentlich im Personenverkehre — bedeutenden Dienstabwicklung nur 38 ha Fläche,
45 km Gleise und 180 Weichen zur Verfügung. Demgegenüber konnte der fast nur dem
Lokalpersonenverkehr dienende Bahnhof Hütteldorf-Hacking mit 20 ha Fläche, 26 km Gleise und
121 Weichen weit günstiger ausgestaltet werden.
Das Aufnahmsgebäude Wien-Westbahnhof (siehe Abb. 34 und 35, S. 94) — das älteste
der derzeit in Wien bestehenden — wurde von den Architekten Bayer, Löhr, Patzelt und
Thienemann entworfen und der Bau unter der Leitung des Architekten Patzelt im Jahre 1859
zu Ende geführt, späterhin jedoch im Innern zum Teil einem Umbau unterzogen. Der konstruktive
Teil der Personenhalle wurde von den Herren Hornbostel und Kuhn projektiert.
Das Gebäude besteht aus einem Abfahrts- und einem Ankunftslängstrakte, an der Ostseite
durch ein Kopfgebäude verbunden. Die Personenhalle hat eine Länge von 164 m bei einer
Breite von 27'5 m und ist durch ein einziges Dach in Eisenkonstruktion (System Polonceau)
überspannt. Die Halle besitzt nur vier Gleise und die beiden Hauptperrons je 5’1 m Breite. In
den letzten Jahren wurde an den Hauptperron der Ankunftsseite noch ein 135 m langer, 7'8 m
Abb. 33a. Bahnhof der Westbahn. 1 : 12.000.
breiter, gedeckter Perron angeschlossen, um ein weiteres Gleis für die Entleerung der ankommenden
Personenzüge nutzbar zu machen. Der Abfahrtstrakt wird durch ein geräumiges,
446 m 2 großes, lOOm hohes Vestibül betreten, zu dessen Seiten die Gepäckskassen sowie
ein Teil der Personenkassen liegen. Die sonstigen Räume sind aus dem Grundrisse zu ersehen.
Im Vestibül steht die Statue der Kaiserin Elisabeth von Österreich aus carrarischem Marmor
von Bildhauer Gasser. Eine besondere Zierde bildet das Hauptportal zum Vestibül mit allegorischen
Skulpturen aus Margarethener Sandstein von Bildhauer Meixner. Im Ankunftstrakte befinden
sich das 308 m 2 große Ankunftsvestibül, die 1055 m' 2 umfassende Gepäcksabgabe,
Wartesäle und Amtslokalitäten. Das Kopfgebäude enthält unter anderem die Wartelokalitäten
für den Allerhöchsten Hof.
Der Güterbahnhof, der sich — wie schon erwähnt — aus den im Westbahnhofe und
in Penzing befindlichen Anlagen zusammensetzt, begreift zwölf Magazine bis zu 140 m Länge
von zusammen 9820 m 2 Fläche, 970 m 2 Verladerampen und 13.000 m 2 offene Lagerplätze in
sich, besitzt jedoch vornehmlich am Westbahnhofe eine so beschränkte, ohne sehr namhafte
Kosten nicht erweiterbare Gleisanlage, daß zur Bewältigung des Verkehres eine ausnehmend
intensive und sorgfältige Dienstabwicklung erforderlich ist.
Die Beleuchtung der äußeren Räume des Wiener, Penzinger und Hütteldorfer Bahnhofes
erfolgt durch 306 Bogenlampen, von welchen 99 in Wien durch die Internationale Elektrizitäts-Gesellschaft,
die übrigen vom k. k. Elektrizitätswerk in Heiligenstadt gespeist werden.