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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Hauptbahnen. 
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C. Wiener Verbindungsbahn. 
Schon im Jahre 1842 regte das k. k. Hauptzollamt in Wien die Verbindung des Südbahn 
hofes (damals Gloggnitzer Bahnhof genannt) mit dem Nordbahnhofe unter Einbeziehung des 
Hauptzollamtes an. Diese zuerst als Pferdeeisenbahn gedachte Verbindung wurde als „Wiener 
Verbindungsbahn“ vom Staate im Jahre 1859 eröffnet, und nachdem mittlerweile auch die West 
bahn dem Betriebe übergeben worden war, im Jahre 1861 von Meidling nach Penzing fort 
gesetzt. Die Verbindungsbahn ging später in den Besitz der sechs in Wien einmündenden 
großen Bahnen über, wurde im Jahre 1895 aber wieder vom Staate erworben, ln den Jahren 1872 
und 1873 fand wegen Baues des Zentralbahnhofes der Österreichisch-ungarischen Staatseisen 
bahn-Gesellschaft eine Umlegung des vor diesem Gebäude und dem Südbahnhote liegenden 
Bahnteiles statt, und erreicht die Verbindungsbahn seither das Plateau der Südbahn erst in 
Matzleinsdorf. 
Die einerseits von Penzing, anderseits von Hütteldorf-Hacking (eröffnet 1883) abzweigen 
den eingleisigen Linienäste der Wiener Verbindungsbahn übersetzen den Wienfluß, die Wiental- 
Abb. 38. Ansicht des Kaiser Franz Josefs-Bahnhofes. 
linie und vereinigen sich in St. Veit, um als doppelgleisige Bahn über Maxing, wo die Donau 
ländebahn abzweigt, nach Hetzendorf und von da auf dem Südbahnplanum eingleisig in die 
gemeinsame Station Meidling, weiter wieder zweigleisig bis zum Nordbahnhofe zu führen. 
Ab Meidling bleibt die Bahn auf dem Südbahnplanum bis in die Nähe der Favoritenstraße, 
fällt dann mit dem auch weiterhin auf längere Strecken vorkommenden Gefälle von 20%o 
unter das Straßenniveau, unterfährt die Südbahn mit einem 281 m langen Tunnel und den 
Staatsbahnhof mit einem 159 m langen, im Bogen von 246'5 m Radius liegenden Tunnel. 
Zwischen beiden Tunnels liegt in tiefem Einschnitt die 473 m lange Station Favoriten-Rangier- 
bahnhof, von welcher ein Verbindungsgleis zum Personenbahnhöfe und ein zweites durch 
den Güterbahnhof zum Ende des Zentralbahnhofes der Österreichisch-ungarischen Staatseisen 
bahn führt. Weiterhin in offenem, langem Einschnitte in den III. Wiener Gemeindebezirk tretend 
und da im Futtermauerkunstprofil mit mehreren Straßenüberführungen, wie vornehmlich der 
17'5m breiten Überführung des Rennwegs geführt, und die Einmündung der Aspangbahn 
aufnehmend, erreicht die Linie die Station Hauptzollamt, in welcher auch die Donaukanal 
und die Wientallinie der Wiener Stadtbahn einmünden. Station „Hauptzollamt“ hat eine Länge 
von 1142 m, 10'3km Gleise und 60 Weichen und bedeckt eine Fläche von 5'6ha. 
Von Station Hauptzollamt weg steigt die Wiener Verbindungsbahn auf gemauerten 
Viadukten mit 20°/,, 0 zur Hochbahn an und übersetzt den Donaukanal auf einer eisernen 
Bd. i. ^
	        
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