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Verkehrswesen.
Im Jahre 1873 erfolgte eine Gesetzesvorlage an das Parlament, in welcher die Bedingungen
und Zugeständnisse — Dauer der Konzession auf höchstens 30 Jahre, Steuer- und
Gebührenbefreiung etc. — für die Konzessionierung einer Stadtbahn enthalten waren. Die Gemeinde
Wien sprach sich dann dahin aus, daß
mit einer Anlage der Stadtbahn auch die
Regulierung der Wien, eventuell deren Ableitung
zu erfolgen habe, und bezeichnete ein
Projekt des Baron Schwarz als jenes, das
diesen Wünschen am nächsten lag, da er die
Ableitung des Wienflusses von der Meidlinger
Brücke längs des bestandenen Linienwalles
in den Donaukanal nächst der Staatseisenbahnbrücke
beantragte, das gewonnene Flußbett
zu einem Boulevard umgestalten wollte,
einen Zentralbahnhof bei der Aspernbrücke
projektierte, von dem dann die Bahn einerseits
nach Baumgarten an die Kaiserin Elisabeth-Bahn,
anderseits längs des Donaukanales zum
Franz Josefs-Bahnhof und längs der bestandenen Linienwälle bis zum Rennweg führen sollte.
Der Österreichische Ingenieur- und Architekten-Verein sprach sich gegen die vorliegende Lösung
und auch gegen die Ableitung der Wien aus, worauf der Mitarbeiter des Baron Schwarzschen
Projektes, Ingenieur Geiger, ein neues Projekt, die „Wiener Metropolitanbahn“, verfaßte.
Die Finanzkrise im Jahre 1873 unterbrach zwar auf einige Zeit alle Lust an dem Studium
neuer Projekte, doch schon Ende 1880 wurden nicht weniger als 30 Stadtbahnprojekte vom
Magistrate der Stadt Wien ausgestellt, die auch der Bevölkerung Gelegenheit zu lebhafter Aussprache
gaben. Von diesen Projekten verdient jenes der englischen Ingenieure James Bunten
und Josef Fogerty besondere Erwähnung, da diese ernstlich daran gingen, die Konzession
für den Bau und Betrieb zu erwerben und das Projekt auch im Detail ausarbeiten ließen. Sie
projektierten eine normalspurige Gürtelbahn entlang des rechten Donaukanalufers, Ringstraße,
Abb. 55. Offener und gedeckter Einschnitt. 1 : 200.
Abb. 56. Tiefbahn in der Gürtelstraße
Gumpendorferlinie, Gürtelstraßenspiegel, Währingerstraße, Roßau, Brigittabrücke, nebst Abzweigungen
zu allen Wiener Bahnhöfen und nach Hietzing. Am Donaukanale war ein Hauptbahn-