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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Die Stadtbahn. 
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unterfahren werden. Diese Tunnels wurden unter großen Schwierigkeiten hergestelli, weil das 
durchfahrene Gebirge aus Sand bestand, viel Wasser führte und die Arbeiten unter großem 
Gebirgsdruck ausgeführt wurden. Von Penzing wurde später ein drittes und viertes Gleis bis 
Hütteldorf erbaut und daselbst für die Personenzüge der Vorortelinie ein eigener Bahnhof 
eingerichtet. 
Während bei den übrigen Stadtbahnlinien die Hochbahnstrecken auf Stützmauern und 
Viadukten und die Tiefbahnstrecken zwischen Stützmauern, im offenen Einschnitt oder einge 
deckt ausgeführt wurden, 
kamen auf der Vorortelinie 
vielfach auch Erddämme und 
geböschte Einschnitte zur An 
wendung; auch die äußere 
Ausgestaltung der Gebäude 
und Objekte war hier eine 
wesentlich einfachere. 
Baudetails. 
Über die Brücken der 
Stadtbahn wird in einem an 
deren Abschnitte berichtet; es 
soll deshalb hier nur erwähnt 
werden, daß bei Übersetzung 
von Straßen mittels eiserner 
Abb. 67. Tiefbahnstation Schottenring. 
Brücken eine geräuschlose Fahrt verlangt wurde. Dieselben tragen daher auf Buckelblechen ein 
Schotterbett, in das dann die Schwellen gelagert wurden. Das relative Eigengewicht dieser 
Brücken erhöhte sich hierdurch um rund 50% gegen solche, die kein Schwellenbett zu tragen 
hatten und wo die Schwellen nur auf die Querträger gelagert waren. 
Überall, wo auf die Überwölbungen und Deckenkonstruktionen der Tiefbahn Straßen zu 
liegen kamen, wurde die zufällige Belastung für einen zweiachsigen Wagen von 39 t Gewicht 
vorgeschrieben, die sich auf 2400 kg pro Quadratmeter berechnete. Wo die Decken nur als 
Fußwege benützt werden, wurde eine zufällige Belastung von 480 kg pro Quadratmeter zu 
grunde gelegt. 
Die Baudetails der Hoch-und Tiefbahnstrecken sind aus den Abb. 55—61 zu ersehen. Für 
die zwischen Stützmauern herzustellenden Wölbungen kam, wo die Konstruktionshöhe vorhanden 
war, das System Monier (Abb. 57), Beton mit eingelegten Eisengittern, zur Verwendung. Wo die 
Konstruktionshöhe für eine Einwölbung nicht vorhanden war, wurden anfänglich gewalzte oder 
genietete Eisenträger angewendet und zwischen diese die Betondecke eingestampft. Später wurden 
auch Träger und Platten in Zementkonstruktion ausgeführt. Alle diese Zementkonstruktionen mit 
Eiseneinlage haben sich 
bisher sehr gut bewährt 
und konnten auch billi 
ger hergestellt werden 
als die zwischen Eisen 
trägern aus Beton aus 
geführten Decken. Ein 
großer Vorzug dieser 
Zcmenteisenkonstruktio- 
nen wurde darin gefun 
den, daß sie von den 
Verbrennungsgasen der 
Lokomotiven nicht an 
gegriffen werden, wäh 
rend alle anderen offen 
liegenden Eisenteile trotz 
verschiedenartiger An 
striche von der Abro- 
Abb. 68. Tiefbahnstation Meidling-Hauptstraße. Stung Stets leiden.
	        
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