Die Straßenbahnen.
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Spiralfedern mehrfach abgefederl. Die Wagenräder bestehen aus schmiedeeisernen oder Stahl
gußsternen, auf welche Martin- oder Tiegelstahlreifen aufgezogen sind. Die Wagenlager sind
meist nach der Bauweise von Korbuly angeordnet. Alle Wagen sind mit Einzelpuffern,
welche in der Mitte liegen, ausgerüstet, die gleichzeitig zur Kupplung der Wagen unter
Zwischenschaltung eines Bolzens verwendet werden.
Die elektrische Einrichtung weist in bezug auf Motoren, Fahrschalter, Widerstände, Blitz
ableiter (meist als Hörnerblitzableiter), Beleuchtung, Sicherungen keine bemerkenswerten
Eigentümlichkeiten auf. Von Interesse ist die Stromabnehmerausrüstung für die unterirdische
Stromzuführung, die sogenannten „Kontaktschiffe“. Jeder Motorwagen ist mit zwei Kontakt
schiffen ausgerüstet, von denen jedoch nur eines in Tätigkeit ist, entsprechend der jeweiligen
Fahrtrichtung des Wagens.
Das Kontaktschiff besteht aus zwei an einem schwachen Holzbrett federnd gelagerten
Holzflügeln mit Metallbeschlägen. Letztere schleifen an den Stromschienen der Unterleitung und
sind mit Kabeln in Verbindung, welche durch das erstgenannte Holzbrett führen und die
Stromzuführung zur elektrischen Wageneinrichtung vermitteln. Die Kontaktschiffe können vom
Führerstand des Wagens aus in den Leitungskanal gesenkt, beziehungsweise aus demselben
gehoben werden. Beim Herabkurbeln oder Aufziehen des Kontaktschiffes wird gleichzeitig an
einer unter den Sitzbänken befindlichen Schaltwalze die jeweilig nicht benötigte Zuleitung
(Bügel- oder Unterleitungskontaktschiff) abgeschaltet.
Die Fahrschalter haben sieben Stufen für Fahrt und sechs Stufen für die elektrische
Bremsung. Bei der elektrischen Bremsung werden die Motoren von den Stromleitungen, also
auch von Erde, gänzlich ausgeschaltet. Jeder Wagen hat überdies eine Handbremse. Zwecks
einer ruhigen, stoßlosen und raschen Abbremsung eines Motorzuges ist in jedem Anhängewagen
eine elektrische Bremse eingebaut, welche beim Schalten des Fahrschalters auf Bremsstrom zur
Wirkung kommt. Es sind meist Solenoidbremsen, die auf das Bremsgestänge einwirken, aber
auch Scheibenbremsen zur Anwendung gelangt. Am Motorwagen sowie am Anhängewagen sind
Kupplungsdosen angebracht, um die elektrische Verbindung der beiden Fahrzeuge mittels
Kupplungskabel untereinander herzustellen.
Die Drehgestellwagen sind mit „Maximum traction trucks“ ausgestattet. Die nicht ange
triebenen Achsen dieser Drehgestelle sind mit Scheibenbremsen versehen, um alle Achsen dieser
schweren Wagen elektrisch ab
bremsen zu können. Die me
chanische Handbremse ist als
Kurbelbremse mit wagrechten
Hebeln ausgeführt. Die Signal
glocke unter dem Führerstand
wird mit dem Fuß betätigt. Als
Schutzvorrichtung gegen das
Überfahren dient der Bahn
räumer, ein pflugartiger, aus
starken Brettern hergestellter
Rahmen, der am Untergestelle
in einem Abstande von 8 cm
oberhalb der Schienenober
kante aufgehängt ist. ln jüng
ster Zeit sind versuchsweise
bewegliche Schutzvorrichtun
gen an einigen Wagen in An
wendung gekommen.
Die Ausführungsweise der Beiwagen ist die allgemein übliche. Abgesehen von 200 Stück
solcher Wagen, die als Anhängewagen besonders beschafft wurden, sind sämtliche Beiwagen
als Pferdebahnwagen in Benützung gestanden und weisen naturgemäß verschiedene Herstel
lungsarten auf. Sie unterscheiden sich in bezug auf Länge und Höhe der Kasten, auf die
Durchführung der Untergestelle, auf die Anordnung der Sitze, die vielfach als Quersitze
erscheinen, in bezug auf die Größe der Plattformen, auf denen auch Sitzplätze angebracht
sind, kurz in bezug auf alle Einzelheiten. Viele derselben sind offene Sommerwagen ohne
Seitenfenster.
Abb. 84. Motorwagen mit festen Achsen.