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Verkehrswesen.
gebrachten, in einer schiefen Reihe nebeneinanderstehenden, einzeln heb- und senkbaren
Schaufeln, welche den Schnee seitwärts wegzuschieben haben (Abb. 92). Diese letztgenannte
Konstruktion der Schneepflüge ist in Wien für Schneepflüge mit Pferdebespannung allgemein
gebräuchlich.
Zur raschen Hilfeleistung bei Unglücksfällen oder Schäden aller Art ist das ganze
Straßenbahnnetz in mehrere Bezirke geteilt, in welchen sich je eine sogenannte Rüststation, und
zwar in einem Bahnhof
befindet.
Die Oberleitung
wird periodischen Untersuchungen
unterzogen;
auch wird der
Isolationszustand jedes
Querdrahtes monatlich
einmal geprüft,
und muß derselbe
mindestens 1 Million
Ohm betragen. Eine
wichtige Einrichtung
zum Schutze derOberlcitung
ist die „selbstantretende
Wache“;
eine gewisse Anzahl
von Bediensteten ist
damit beauftragt, bei
Sturm und insbesondere
bei Schneewetter,
ohne gerufen zu werden,
einen Überwachungsdienst
auf der
Strecke anzutreten, um
gebrochene Telephondrähte u. s. w. von der Oberleitung zu entfernen und bei etwaigen Schäden
an derselben sofort die geeigneten Maßregeln zu ergreifen, beziehungsweise diejenigen Dienststellen
zu verständigen, welche zur Behebung der Schäden berufen sind.
Für die Überwachung der Bahnerhaltungsarbeiten ist das Straßenbahnnetz in mehrere
Bezirke geteilt, in welchen je ein Ingenieur oder Techniker die Aufsicht führt. Der Personalstand
für die Bahnerhaltung und für die Gleisrekonstruktion beläuft sich zur stärksten Zeit
auf insgesamt 850 Mann.
Die Reinigung der Schlitzkanäle bei der unterirdischen Stromzuführung geschieht bisher
nur von Hand aus, indem mehrere hintereinander gehende Leute mit entsprechend geformten
Schaufeln den Schmutz in die Putzschächte vorschieben, aus welchen derselbe dann zu bestimmten
Zeiten entfernt wird. Eine besondere Sorgfalt wird auf die dauernd gute Erhaltung der unterirdischen
Stromzuführung einerseits und der Kontaktschiffausrüstung an den Wagen anderseits
verwendet. Auch bei nassem Wetter beträgt der Stromverlust auf einem Kilometer Unterleitung
höchstens Vfio Ampère.
Die Stromspannung beträgt in den Speisepunkten zwischen 480 und 560 Volt. Die größte
Stromabgabe betrug 6790 Kilowatt, dabei waren 789 Motor--j-605 Beiwagen = 1394 Wagen im
Betriebe, so daß also auf einen Wagen 4 87 Kilowatt oder auf einen Rechnungswagen (3 Beiwagen
= 1 Motor- = 1 Rechnungswagen) 6’85 Kilowatt entfallen. Der Stromverbrauch betrug im
Jahre 1903 auf einen Wagenkilometer bezogen 555 Wattstunden, auf einen Rechnungswagenkilometer
aber 666 Wattstunden.
Die Gesamtzahl aller Angestellten beträgt zur stärksten Zeit über 7100.
Abb. 92. Motorlastwagen mit Schneepflug.
Juli 1904.
Ludwig Spängler.