Verkehrswesen.
entsprechend dürfen die auf der österreichischen Donaustrecke verkehrenden Flöße eine
Länge von 60m und eine Breite von 15m haben; sie bestehen aus Langhölzern, deren
Enden durch Querriegel verbunden sind. Derartige Flöße tauchen, je nach ihrer Oberladung
(Werk-, Schnitt-, Brennholz, Schindeln etc.), bis zu L80m und erreichen eine mittlere Tragfähigkeit
von 350 t und eine maximale Tragfähigkeit von 550 t. Die meisten Flöße landen in
Wien, und zwar im oberen Teile des Donaukanales, woselbst an beiden Ufern die sogenannten
Ausstreifplätze gelegen sind. Es muß hier besonders hervorgehoben werden, daß die Baumeister
Wiens das „geflößte Holz“ wegen seiner Dauerhaftigkeit dem per Bahn zugeführten
vorziehen.
Ungemein mannigfaltig in ihrer Größe und Bauart sind die Ruderschiffe, deren Reiseziel
in ihrer großen Mehrheit die Stadt Wien ist, denn außer den bereits erwähnten „Traunern“
führen die sogenannten Gamsen, die Stock-, Spitz-, Salzburger und Tiroler Plätten, Siebnerinnen
und Sechserinnen etc. alljährlich ganz bedeutende Mengen (siehe Verkehrsausweis
pro 1900) von Bau- und Werkholz, Pflastersteinen, Zement, Mauerziegeln, Bruchsteinen, Sand etc.
zu. In den früheren Jahren wurde ein großer Teil der in Wien angekommenen Ruderschiffe
zerlegt und als Werkholz abgegeben, zum Teil wurden sie auch nach Ungarn verkauft, wo
dieselben für Gemüsetransporte auf der Waag etc. weitere Verwendung fanden.
Die Größenverhältnisse einzelner Kategorien der Ruderschiffe sind folgende:
Fahrzeugskategorie
Länge
Breite
Höhe des
Mittelschiffes
in Metern
Tiefgang leer
in Metern
Tragfähigkeit
in Tonnen
â 1000 kg
zirka in Metern
Kelheimer
Stockgams
Siebnenn
Sechserin
Tiroler Plätte
Salzburger Plätte
Trauner
Agerin (Traunerl)
410
37-6
35-6
322
25-18
2L95
2574
16-20
7- 3
6-8
3-28
3- 95
8- 87
605
4- 55
3-28
1-9
1-75
0-91
100
1-53
109
110
0-75
0136
0127
0120
0055
0075
0050
0058
0040
315
257
54
59
198
84
75
19
Die Ruderschiffahrt führt-sozusagen einen schweren Existenzkampf nicht nur mit den
Eisenbahnen, sondern auch mit der Dampfschiffahrt; die Verkehrsstatistik weist auch den
steten Rückgang derselben aus. Eine Wiedererstarkung ist meiner Ansicht nach nur auf Basis
einer strammen Organisation
und mit Zuhilfenahme eigener
Schleppdampfer möglich,
denn gewisse Waren, wie
Bausand, Bruch- und Pflastersteine,
Brennholz etc., werden
im Talverkehr jederzeit
die billige Ruderschiffahrt
aufsuchen.
Die Dampfschiffahrt
wurde auf der Donau erst im
Jahre 1830 ins Leben gerufen,
und zwar ist dies ausschließlich
der Initiative der Regierung
zu verdanken. Eine aus
dem Jahre 1813 stammende
Allerhöchste Entschließung sicherte
ein ausschließliches Privilegium
demjenigen zu, „der
eine Erfindung, kraft welcher