Schiffahrt.
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Im Jahre 1817 erwirkte der Fünfkirchener Einwohner A. Bernhard die Erlaubnis, mit
einem selbstgebauten Dampfer eine Probefahrt auf der Donau auszuführen; diese Fahrt fand
1818 in Wien in Anwesenheit des Erzherzogs Maximilian mit dem Dampfer „Karolina“ statt
und erregte allgemeines Aufsehen. Leider waren finanzielle Schwierigkeiten die Ursache, daß
diese gelungenen Versuche wieder in Vergessenheit gerieten. Im Jahre 1822 gründete der
Franzose H. Leon eine Gesellschaft und baute in Wien den Dampfer „Donau“, der bei
seiner Probefahrt günstige Resultate ergeben haben soll. Am 11. April 1828 erhielten die
englischen Schiffbauer John Andrews und Josef Prichard ein österreichisches Privilegium
auf eine verbesserte Konstruktion von Dampfschiffen zur ausschließlichen Befahrung der
Donau in der Dauer von 15 Jahren. Auf dieser Grundlage bildete sich am 13. März 1829
die I. k. k. privilegierte Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft mit einem Kapitale von
100.000 Gulden K.-M. Am 17. September 1830 machte das aus Abb. 93 ersichtliche erste
Dampfschiff „Franz I.“, mit einer Maschine von 60 nominellen Pferdestärken ausgestattet,
seine Probefahrt von Wien nach Budapest, und zwar legte dasselbe diese 291 km lange
Strecke in der Talfahrt in 14 Stunden 15 Minuten, in der Bergfahrt in 48 Stunden 20 Minuten
zurück. Am 1. Februar 1831 erfolgte mit diesem Dampfer die Aufnahme der regelmäßigen
Fahrten zwischen Wien, Preßburg, Pest, Semlin und Moldova. Die genannte Gesellschaft
erhielt mit Allerhöchster Entschließung vom 16. August 1846 das ausschließliche Privilegium
zum Betriebe der Dampfschiffahrt auf der Donau und deren Nebenflüssen auf die Dauer von
35 Jahren, d. i. bis Ende 1880.
Den stetig wachsenden Anforderungen des Verkehres entsprechend vergrößerte die Ge
sellschaft ihren Schiffspark, welcher im Jahre 1900
aus 143 Raddampfern mit 59.430 indizierten Pferdestärken
und 11 Schraubendampfern „ 3.070 „ „
somit 154 Dampfschiffen mit 62.500 indizierten Pferdestärken
bestand. Der Park an Warenbooten stellte sich im genannten Jahre auf 800 Schlepper (durch
wegs aus Eisen) mit einem Gesamtfassungsvermögen von 376.186 t â 1000 kg, worunter die
in kaufmännischer und betriebstechnischer Beziehung sich als sehr gut bewährten Warenboote
der sogenannten 65 er Klasse besonders hervorzuheben sind, weil dieselben sozusagen als
Normalschiffstyp für unsere künftigen Schiffahrtskanäle dienen sollen.
Die stärksten Zugdampfer der Gesellschaft besitzen Maschinen von 700 indizierten Pferde
stärken (können aber bis auf 1000 indizierte Pferdestärken forciert werden); in der Abb. 94
ist beispielsweise der Dampfer
„Europa“ ersichtlich gemacht,
dessen Länge 60'0 m, Breite
8'50 m und Tiefgang l'25m
beträgt. Ein mittelstarker Zug
dampfer von 400 indiz. Pferde
stärken ist aus der Abb. 95,
welche den Dampfer „Austria“
darstellt, ersichtlich; die Länge
desselben beträgt 58-Om, die
Breite 7 - 50 m, der Tiefgang
ausgerüstet nur 0’80 m.
Die sogenannten 65 er
Schlepper, d. h. Warenboote
für 6501 Ladung, bilden die
größte Anzahl des Schlepper
parkes der Gesellschaft, indem
sie von dieser Type 254 Stück
besitzt. Die Dimensionen der
selben sind: Länge 58'Om,
Breite 7'97 m, Tiefgang mit voller Ladung, d. h. 650 t, 2'10 m oder mit 530 t T80 m (siehe Abb. 96).
In den letzten Jahren führte die Gesellschaft mit Vorteil noch größere Warenboote ein, nämlich die
sogenannte 67 er Type, welche 63'00 m lang, 8'20 m breit sind und bei L80 m Tiefgang 6301 laden.
Die oben angeführten, den Schiffspark bezeichnenden Zahlen stellen die genannte Gesell
schaft an die Spitze der größten Binnenschiffahrtsunternehmungen der Welt. Darauf sollte