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Straßenwesen.
Regulierung beziehungsweise der teilweisen Einwölbung des Wienflusses und des Baues der
Stadtbahn entstandene, zirka 45.000 m 2 große „Karlsplatz“ mit der herrlichen Karlskirche in
seiner südöstlichen Ecke, der erweiterte Schwarzenbergplatz mit zirka 42.000 m 2 Fläche (siehe
Abb. 126). Unter den vielen interessanten alten Plätzen der Innern Stadt sind besonders her
vorzuheben der Platz Am Hof (zirka 9200 m 2 ), der Franzensplatz innerhalb der Hofburg (zirka
7600 m 2 ), die Freiung (zirka
6700 m 2 ), der Graben (zirka
8000 m 2 ), der Hohe Markt
(zirka 5400 m ’), der Josefs
platz (zirka 6100 m 2 ), der
Neue Markt (zirka 6300 m 2 ).
Die Grundrißform der cha
rakteristischesten und schön
sten dieser Plätze sowie
einige Ansichten derselben
sind in den Abb. 131 —138
dargestellt. Beim Platze Am
Hof ist der kleine Seitenplatz
gegenüber der Kirche und
die diagonale Durchquerung
vom Heidenschuß zur Draht
gasse bemerkenswert. Die
Freiung ist eigenartig wegen
des starken Falles gegen den
Abb. iss. Graben. Tiefen Graben und der Auf
stellung der Kirche. Der
Josefsplatz stellt sich als idealer Denkmalplatz dar, an dem die im Grundriß sofort auffallende
Ungleichheit der Seitenfronten in der Ansicht infolge der glücklichen architektonischen Lösung
der Umrahmung kaum störend empfunden wird. Beim Neuen Markte ist die geschlossene Wi£
kung trotz der zahlreichen in denselben einmündenden Seitenstraßen besonders hervorzuheben.
Der Michaelerplatz (3500 m 2 ), welcher durch das gegen den mächtigen Trakt der Hof
burg an der Frontseite des Platzes mäßig ansteigende Niveau und die die linke Seitenwand
bildende alte Michaelerkirche bemerkenswert ist, wird erst voll zur Geltung kommen, wenn
das Gebäude an der rechten Ecke des Kohlmarktes umgebaut und entsprechend zurückgerückt
sein wird. Der Stephansplatz wirkt weniger als Platz im gebräuchlichen Sinne dieser Be
zeichnung, da seine Umrahmung im Vergleiche mit der riesigen
Baumasse des Domes ganz untergeordnet erscheint.
Eine der herrlichsten Platzanlagen, die Wien aus der Zeit der
Barocke besitzt, ist der Schönbrunner Schloßplatz. Als Endpunkt
einer mächtigen Allee, in strengster Planmäßigkeit entwickelt, mit
prächtiger Freitreppe an einer Hauptfront und hohen Obelisken an
der teilweise offenen, dem Wienflusse zugekehrten Seite geziert,
gewährt er ein unvergleichlich harmonisches Bild. Er ist zirka
24.000 m 2 groß und besitzt bei einer Breite von zirka 162 m eine
größte Länge von 176 m.
Unter den übrigen Plätzen sind der Praterstern im II. Bezirke
(siehe Abb. 114) als gelungener Sternplatz, der auf drei Seiten ge
schlossene Piaristenplatz im VIII. Bezirke (siehe Abb. 139) wegen
seiner ruhigen harmonischen Wirkung als idealer Kirchenplatz, der
ähnliche Platz vor der Mariahilferkirche, weiters an neuen Plätzen
der leider zu weiträumige Antonsplatz im X. Bezirke, der Kardinal
Rauscher-Platz im XV. Bezirke (siehe Abb. 140), welcher die 930 m ' i ' < i i i i . i , i
lange Märzstraße abschließt und durch den in der Straßenachse Abb. 139. Piaristenplatz. 1:3000.
liegenden Kirchturm eine gute perspektivische Wirkung übt, und der
Brahmsplatz im IV. Bezirke wegen seiner besonderen Geschlossenheit hervorzuheben. Der
Brigittaplatz im XX. Bezirke, der Stephanieplatz im XVI. Bezirke und viele andere Kirchen
plätze zeigen leider schematische Aufstellungen von Kirchen inmitten rechteckiger Plätze, die
sich alle ziemlich gleich sehen und die nichts Fesselndes haben. Hoffentlich gelingt es in der