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Volltext: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

STRASSENBAU, STRASSENOBJEKTE. 
Straßenbau und -Befestigung. 
Straßenverwaltung. Seit Erlassung der Gemeindeordnung vom Jahre 1850, zufolge 
welcher die innerhalb der Linienwälle bestandenen Vororte mit der alten Stadt zu einem ein 
heitlichen Gemeindegebiete verschmolzen wurden, stehen die Straßen dieses Gebietes, d. i. 
der Bezirke I bis IX, zu welchen später noch der X. Bezirk gekommen ist, mit wenigen Aus 
nahmen unter einheitlicher Verwaltung der Gemeinde Wien. In den Jahren 1866 beziehungs 
weise 1876 wurden auch die Landes- und Reichsstraßen innerhalb des bestandenen Linien 
walles gegen jährliche Beitragsleistungen des Landes und Staates in die Erhaltung der Stadt 
übernommen. 
Infolge der im Jahre 1891 stattgefundenen Einverleibung der außerhalb der bestandenen 
Limenwälle gelegenen, bis dahin selbständigen Vorortegemeinden vergrößerte sich die unter 
der Verwaltung der Stadt Wien stehende Straßenfläche fast auf das Doppelte. Die in dem er 
weiterten Gemeindegebiete gelegenen Reichsstraßen stehen noch unter der Verwaltung des 
Staates. Im übrigen werden nur sehr wenige Straßen vom k. k. Hofärar oder von Privaten 
erhalten. In nachstehender Zusammenstellung sind die Ausmaße der gesamten Straßenflächen 
nach der Erhaltungsverpflichtung geordnet,, angegeben. 
Gattung und Flächenmaß der Straßen, Gassen und Plätze am Ende des Jahres 1903. 
Flächenmaß der Straßen, Gassen und Plätze in der Erhaltung 
Gesamtfläche 
des k. k. Ärares 
der Gemeinde Wien 
von Privaten 
gepflastert ungepflastert 
gepflastert J ungepflastert 
gepflastert ungepflastert 
gepflastert ungepflastert I zusammen 
O 
ladratmeter 
244.726 60.618 
6,130.668 I 5,675.437 
5.504 273.441 6.380.898 6.009.496 12,390.394 
Die Gemeinde Wien brachte bedeutende Opfer, um die Straßen der seit dem Jahre 1891 
einbezogenen Gebietsteile auf die Höhe der Anforderungen einer Großstadt zu heben Die 
verhältnismäßig kurze Zeit erlaubte es bisher allerdings nicht, die Spuren der früheren nach 
verschiedenen Grundsätzen geübten Verwaltung der einzelnen Vororte vollständig zu ver 
wischen. & 
Straßeneinteilung. In den Straßen normaler Breite entfällt in der Regel je ein 
Sechstel der Gesamtbreite auf die beiderseitigen Fußsteige und vier Sechstel auf die Fahrbahn 
in ietzter Zeh wurde das Ausmaß der Fußsteige auf ein Fünftel verbreitert. Ausnahmsweise 
erhalten die Fußsteige auch größere Breiten. 
Die Straßenbahngleise werden in der Fahrbahn in der Regel so eingelegt daß die 
äußerste Schiene mindestens 2 5 m vom Fußsteigsaume absteht, so daß Wagen ohne Störung 
des Straßenbahnbetriebes zu den Häusern zufahren und dort halten können. Wo die Fahrbahn 
hierzu zu schmal ist, wird der Abstand des Fußsteigsaumes von der zunächstgelegenen Schiene 
mit mindestens 0 60 m bemessen, um ein Übergreifen der Straßenbahnwagen auf die Fußsteige 
zu hindern. Betreffs Ausgestaltung breiterer Straßenanlagen, besonderer Straßenbahnbankette, 
Ausschmückung von Straßen mit Gartenpflanzungen und Gartenanlagen wird auf den vorher 
stehenden Abschnitt verwiesen. Reitwege sind nur in der Ringstraße vorhanden, Radfahrwege
	        
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