Straßenpflege und Müllbeseitigung.
191
durch bestellte Unternehmer. Die Abfuhrwagen sind hölzerne Deckelwagen (siehe Abb. 160).
Wagen anderer Art waren früher vorgeschrieben, wurden aber aufgegeben, da sie gegenüber
den Deckelwagen keine wesentlichen Vorteile boten, dagegen mehrfache Nachteile besaßen.
Die seit einer Reihe
von Jahren angestellten
Versuche mit einer Reihe
von Sammclsystemen mit
Normalgefäßen, Säcken
sowie dem Wechselkasten
systeme „Koprophor“ von
A. Hartwich haben noch
nicht zu einer Entschei
dung geführt. In hygieni
scher Beziehung muß dem
Wechselkastensysteme der
Vorzug gegeben werden,
doch erfordert dasselbe
bedeutende Anschaffungs
und höhere Betriebskosten. Abb - 161 - Schneepflug.
Die allgemeine Ein
führung dieses Systems, welches seit einigen Jahren im I. Bezirke erprobt wird, ist zu gewär
tigen. Bei demselben werden die aus verzinktem Eisenblech hergestellten, mit Deckel ver
sehenen Gefäße in der erforderlichen Anzahl in jedem Hause aufgestellt. Die gefüllten Gefäße
werden auf den Abfuhrwagen (siehe Abb. 159) gebracht, und erfolgt sonach die Abfuhr voll
kommen staubfrei. Zur staubfreien Einleerung des Kehrichts in das Gefäß wird auf dieses
eine Staubhaube (siehe Abb. 158) aufgesetzt, deren Einschüttöffnung durch eine Klappe selbsttätig
geschlossen wird, sobald das Wohnungsgefäß, welches auf die Öffnung paßt, abgenommen
wird. Es ist im Falle der Einführung dieses oder eines anderen Abfuhrsystemes eine Zahlung
von Seite der Hausbesitzer in Aussicht genommen.
Der Hauskehricht wird auf die von der Gemeinde gepachteten Abladeplätze geführt,
welche nahe der Gemeindegrenze liegen. Aus dem 1. Bezirke und den mehr nördlich gelegenen
Bezirken befindet sich der Abladeplatz im II. Bezirke zwischen dem Donaudurchstiche und
dem alten Donaubette
(Bruckhaufen). Daselbst
wird der Kehricht von
Hand sortiert, teilweise
der Rückstand mit Stra
ßenkehricht vermengt
als Dünger verwertet,
das Unverwertbare zur
Auffüllung von Sand
gruben verwendet. Eine
im Jahre 1900 daselbst
von einem Unternehmer
errichtete Anlage zur
maschinellen Sortierung
des Hauskehrichts er
gab keine befriedigen
den Resultate.
Die Kehrichtwagen
der Gemeinde haben
einen Fassungsraum
von 3'5 bis 4 0 m 3 .
Abb. 162. schlauchtrommelwagen. Die Kehrichtmenge pro
Kopf und Jahr beträgt
im I. Bezirke 0 52 m 3 und sinkt in anderen Bezirken bis 011ml Jährlich sind etwa 352.000 m 1
abzuführen. Das Gewicht schwankt pro Im 3 zwischen 270 und 800kg und ist im Mittel
550 kg. Die Sortierung liefert eine verhältnismäßig geringe Ausbeute, da in vielen, beso-nders