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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Straßenpflege und Müllbeseitigung. 
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durch bestellte Unternehmer. Die Abfuhrwagen sind hölzerne Deckelwagen (siehe Abb. 160). 
Wagen anderer Art waren früher vorgeschrieben, wurden aber aufgegeben, da sie gegenüber 
den Deckelwagen keine wesentlichen Vorteile boten, dagegen mehrfache Nachteile besaßen. 
Die seit einer Reihe 
von Jahren angestellten 
Versuche mit einer Reihe 
von Sammclsystemen mit 
Normalgefäßen, Säcken 
sowie dem Wechselkasten 
systeme „Koprophor“ von 
A. Hartwich haben noch 
nicht zu einer Entschei 
dung geführt. In hygieni 
scher Beziehung muß dem 
Wechselkastensysteme der 
Vorzug gegeben werden, 
doch erfordert dasselbe 
bedeutende Anschaffungs 
und höhere Betriebskosten. Abb - 161 - Schneepflug. 
Die allgemeine Ein 
führung dieses Systems, welches seit einigen Jahren im I. Bezirke erprobt wird, ist zu gewär 
tigen. Bei demselben werden die aus verzinktem Eisenblech hergestellten, mit Deckel ver 
sehenen Gefäße in der erforderlichen Anzahl in jedem Hause aufgestellt. Die gefüllten Gefäße 
werden auf den Abfuhrwagen (siehe Abb. 159) gebracht, und erfolgt sonach die Abfuhr voll 
kommen staubfrei. Zur staubfreien Einleerung des Kehrichts in das Gefäß wird auf dieses 
eine Staubhaube (siehe Abb. 158) aufgesetzt, deren Einschüttöffnung durch eine Klappe selbsttätig 
geschlossen wird, sobald das Wohnungsgefäß, welches auf die Öffnung paßt, abgenommen 
wird. Es ist im Falle der Einführung dieses oder eines anderen Abfuhrsystemes eine Zahlung 
von Seite der Hausbesitzer in Aussicht genommen. 
Der Hauskehricht wird auf die von der Gemeinde gepachteten Abladeplätze geführt, 
welche nahe der Gemeindegrenze liegen. Aus dem 1. Bezirke und den mehr nördlich gelegenen 
Bezirken befindet sich der Abladeplatz im II. Bezirke zwischen dem Donaudurchstiche und 
dem alten Donaubette 
(Bruckhaufen). Daselbst 
wird der Kehricht von 
Hand sortiert, teilweise 
der Rückstand mit Stra 
ßenkehricht vermengt 
als Dünger verwertet, 
das Unverwertbare zur 
Auffüllung von Sand 
gruben verwendet. Eine 
im Jahre 1900 daselbst 
von einem Unternehmer 
errichtete Anlage zur 
maschinellen Sortierung 
des Hauskehrichts er 
gab keine befriedigen 
den Resultate. 
Die Kehrichtwagen 
der Gemeinde haben 
einen Fassungsraum 
von 3'5 bis 4 0 m 3 . 
Abb. 162. schlauchtrommelwagen. Die Kehrichtmenge pro 
Kopf und Jahr beträgt 
im I. Bezirke 0 52 m 3 und sinkt in anderen Bezirken bis 011ml Jährlich sind etwa 352.000 m 1 
abzuführen. Das Gewicht schwankt pro Im 3 zwischen 270 und 800kg und ist im Mittel 
550 kg. Die Sortierung liefert eine verhältnismäßig geringe Ausbeute, da in vielen, beso-nders
	        
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