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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Spülung, Ventilation etc. 
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zeitig eine Spülung des rechten Hauptsammelkanales bewirken. Letzterer erhält auch bedeutende 
Mengen von Spülwasser durch die in Abb. 182 dargestellte Spülanlage aus dem Wiener-Neu- 
städter Kanäle und ebenso wie der linke Hauptsammler durch die Spüleinlässe aus dem Donau- 
kanale. Die Wienflußsammler werden von den Anlagen in Weidlingau mit Spülwasser versorgt. 
Die Ventilation des Kanalnetzes erfolgt durch die Einsteigschächte, durch die über den 
Abgangsstiegen befindlichen Einsteigepavillons, durch die Straßenwassereinläufe, Regenauslässe, 
Ausmündungen und namentlich durch die Hausanschlüsse, deren Fallrohren bis über die Dach 
flächen geführt sind. Die Ventilation des Wiener Kanalnetzes ist im allgemeinen eine recht be 
friedigende, und kommen Klagen über Geruchsbelästigungen nur 
selten vor. 
Behufs Untersuchung der Kanäle, Vornahme von Reinigungs 
und Reparatursarbeiten sowie für Zwecke der Ventilation sind in 
Abständen von 80 bis 120m Einsteigschächte aus Beton (siehe 
Abb. 176) mit einem quadratischen Querschnitte von 0'60/0’60 m 
auf die Kanalgewölbe aufgesetzt, bis zur Straßenoberfläche geführt 
und daselbst mit einem gußeisernen Gitter abgedeckt. Außer den 
Einsteigschächten sind bei den Hauptsammelkanälen, den Wien 
flußsammlern und den Bacheinwölbungen in Entfernungen von un 
gefähr 1000 m Eingangsstiegen hergestellt, deren Zugang in den 
meisten Fällen durch einen Pavillon stattfindet. 
Die Einläufe für das Straßenwasser liegen in Entfernungen 
von 50 bis 70 m neben den Randsteinen der Fußwege und be 
stehen aus 45 cm im Quadrat messenden Einfallschächten mit 0'50 m 
tiefem Schlammfang. Die Verbindung zwischen den Einfallschächten 
und den Straßenkanälen wird durch 30 cm weite Steinzeugrohr 
leitungen hergestellt. Geruchabschlüsse sind im allgemeinen nicht 
vorhanden. In den wenigen Fällen, wo sich diesbezüglich Anstände 
Abb. 178. Querprofil des rechten 
Hauptsammlers in der Marxergasse. 
1: 150. 
Abb. 179. Profil des rechten Hauptsammlers an Abb. ISO. Profil des rechten Hauptsammlers an der 
der Erdberger Lände. 1:200. Simmennger Lande. 1:200. 
ergeben, werden unterhalb der Gitter schalenförmige Klappen mit Wasserverschluß eingesetzt. 
Die Reinigung der Schlammfänge findet nach jedem stärkeren Regen, mindestens aber alle Monat 
statt, ln mehreren Straßen wurden auch neuere Konstruktionen mit aushebbarem Schlammeimer 
und Wasserverschluß eingebaut, die eine leichtere und angemessenere Reinigung ermöglichen, 
und es ist beabsichtigt, derartige Einläufe in der Folge in ausgedehnterem Maße herzustellen. 
Um bei stärkeren Schneefällen die Verkehrswege möglichst rasch von den Schneemassen 
zu befreien, wurde bereits im Winter 1894 95 mit dem Einwerfen von Schnee in die Straßen 
kanäle begonnen. In der Folge wurden bei den reichlichere Wassermengen abführenden 
Sammelkanälen besondere Schnee-Einwurfschächte hergestellt (siehe Abb. 177). Außer diesen 
werden auch eine größere Zahl gewöhnlicher Einsteigschächte für die Schncebeseitigung verwendet. 
An den oberen Enden der Bacheinwölbungen und Wassergräben sind Schotterfänge hei- 
gestellt, die meist F20 bis P50 m tief und je nach der Geschicbeführung in verschiedener Größe an 
gelegt sind. Um während der Ausräumung der Sinkstoffe den Wasserzufluß abzuhalten, sind Umlauf 
kanäle oder Rinnen für den Abfluß der Niederwässer ausgeführt. Zur Abhaltung von schwimmen 
den Gegenständen wie Bäume, Gesträuch etc. sind die Schotterfänge mit Rechen versehen. Nebst 
den Schotterfängen an den oberen Enden sind in mehreren größeren Sammlern auch vor deren 
Ausmündung in den Hauptsammler und in der Zwischenstrecke Sandfänge nach Abb. 184 hergestellt.
	        
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