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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

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Die  Entwässerung.

bald  auch  dieses  größere  Profil  nicht  ausreichend.  Man  schritt  deshalb  zur  Anlage  eines
Entlastungskanales,  welcher  44°/ 0  des  Niederschlagsgebietes  zu  entwässern  hat.  Mit  dem  Bau
desselben  wurde  im  Jahre  1898  begonnen  und  im  Jahre  1900  war  derselbe  auf  eine  Länge
von  3675  m  ferfiggestellt.
6.  Der  rechte  Wienflußsammler,  welcher  vom  letzten  Bassin  der  Wienflußanlage  in
Weidlingau  zunächst  als  Spülkanal  abzweigt,  hat  bis  zu  seiner  Einmündung  in  den  rechten
Hauptsammelkanal,  die  nächst  dem  Donau-Dampfschiffahrtsgebäude  erfolgt,  eine  Länge  von
12.102  m.  Die  Fläche  des  Entwässerungsgebietes  beträgt  2911'2  ha.  Dieser  Sammler  wurde
gleichzeitig  mit  der  Wienflußregulierung  einer  Umgestaltung  unterzogen.  Den  größten  Zufluß
erhält  der  rechte  Wienflußsammler  durch  den  Lainzerbach,  der  ein  Niederschlagsgebiet  von
1109  6  ha  besitzt  und  auf  eine  Länge  von  2185m  bereits  eingewölbt  ist,  während  1626  m
noch  einzuwölben  sind.
7.  Der  Favoriten-Sammler,  welcher  einen  großen  Teil  des  X.  Bezirkes  und  den  Zentralviehmarkt, ­
  zusammen  mit  einem  Niederschlagsgebiete  von  241  ha,  entwässert,  wurde  in  den
Jahren  1873—1879  in  einer  Länge  von  4567  m  erbaut.  Infolge  der  in  diesem  Gebiete  rasch
fortschreitenden  Verbauung  mußte  im  Jahre  1901  ein  Entlastungskanal  hergestellt  werden.
8.  Der  Simmeringer  Sammler  hat  ein  Entwässerungsgebiet  von  592  ha  und  eine  Länge
von  6125  m.  Die  in  den  Jahren  1883—1885  von  der  früheren  Gemeinde  Simmering  hergestellte ­
  Strecke  mußte  wegen  ungenügender  Tiefenlage  und  Profilsgröße  in  den  Jahren  1901
bis  1904  umgebaut  werden.
B.  Das  Gebiet  des  linken  Hauptsammelkanales.
Der  linke  Hauptsammler 1 ),  m h  einem  Niederschlagsgebiet  von  1241ha,  hat  die
Abwässer  der  Leopoldstadt,  eines  Teiles  der  Donaustadt  und  des  Praters  abzuleiten.  Die
Schmutzwassermenge  wurde  für  eine  zukünftige  Bewohnerzahl  von  416.000  Personen  berechnet
und  beträgt  540  Sekundenliter.  Der  linke  Hauptsammler  hat  ebenso  wie  der  rechte  die  vierfache ­
  Brauchwassermenge  unter  den  Überfallschwellen  der  Regenauslässe  abzuführen.  Der
Sammler  ist  bisher  in  einer  Länge  von  6950  m  ausgeführt  und  besitzt  durchwegs  ein  Gefälle

Abb.  188.  Rechter  Hauptsammelkanal:  Ausführung  der  Überfallkammer  an  der  Einmündung  des  Favoriten-Sammlers.
*)  J.  Kohl,  über  das  Projekt  für  den  Hauptsammelkanal  am  linken  Donaukanalufer.  Zeitschrift  des  österreichischen  Ingenieurund
  Architekten-Vereines.  1893.
            
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