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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

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Die  W  asserversorgung.

solchen  Anlagen  vielleicht  noch  nicht  dagewesener  Fall  ergibt,  daß  das  Förderwasser  den
Pumpen  unter  einem  effektiven  Druck  von  zirka  P3  Atmosphären  zugeleitet  wird.
Die  Gesamtanlage  besteht,  wie  aus  der  Situationsskizze  (siehe  Abb.  205)  zu  ersehen  ist,
aus  dem  Maschinen-  und  Kesselhaus,  dem  Schieber-  und  Waghäuschen,  aus  dem  Kühlturm,
dem  Kohlendepot  und  dem  Wohnhaus
für  das  Betriebspersonal.  Die  maschi-J,
  nclle  Anlage  (siehe  Abb.  206)  besteht
j  :  $//?'  /  aus  vier  Dampfgencratoren  nach  System
Fairbairn  (Multitubularkessel),  von  welchen ­
  jeder  eine  Heizfläche  von  110  m 2
besitzt.  Dieselben  wurden  aus  steirischem
Stahlkesselblech  für  einen  effektiven  Betriebsdruck ­
  von  7  Atmosphären  angefertigt. ­
  Von  diesen  Kesseln  werden  vier
liegende  Compound  -  Dampfmaschinen
mit  Dr.  Proellscher  zwangläufiger  Ventilsteuerung, ­
  mit  je  zwei  nebeneinanderliegenden ­
  Dampfzylindern  (Hoch-  und
Niederdruckzylinder)  und  einer  mit  Rückkühlung ­
  angeordneten  Kondensation  angetrieben. ­
  Jede  Dampfmaschine  ist  für
eine  Antriebsleitung  von  80  beziehungsweise ­
  100  PS.  konstruiert,  wobei  ein
Pumpenpaar  auf  die  Höhe  des  Breitenseer
  Behälters  bei  40  Touren  pro  Minute,
und  zwar  in  23  Stunden  8000  m 3  Wasser
fördert,  welches  einer  Lieferung  von
97  Sekundenlitern  entspricht.
Wenn  nun  eine  Pumpmaschine  als
Reserve  stets  außer  Betrieb  bleibt,  so  ist
die  gesamte  Wasserwerksanlage  derzeit ­
  imstande,  bei  normaler  Tourenzahl ­
  mit  drei  Maschinen  24.000  m 3
oder  bei  erhöhter  Leistung,  d.  i.
bei  50  Touren,  im  Zeitraum  von
23  Stunden  30.000  m 3  Wasser  zu
liefern.  Um  eine  Ersparnis  an  Hochquellenwasser ­
  zu  erzielen,  wurde
eine  Kühlanlage  für  das  Kondensationswasser ­
  hergestellt.
Das  Wasserhebewerk  in
Favoriten  (siehe  Abb.  207  und
208)  mit  seinem  weithin  sichtbaren
Wasserturm  liegt  nächst  dem  Wasserbehälter ­
  der  Hochquellenleitung
am  Wienerberg;  es  dient  für  Zwecke
der  Trinkwasserversorgung  jener
hochgelegenen  Teile  des  X.  und
XII.  Bezirkes,  die  mit  dem  natürlichen ­
  Druck  der  Hochquellen  nicht
mehr  erreicht  werden  konnten.
Durch  dieses  Wasserwerk  wird  das  Wasser  mittels  einer  Rohrleitung  aus  dem  nebenliegenden
Wasserbehälter  auf  dem  Wienerberg  entnommen  und  auf  eine  Kote  von  270'80m  Seehöhe,
d.  i.  um  zirka  35  m  in  den  Hauptbehälter  des  Wasserturmes  gefördert.  Von  hier  aus  wird  es
dann  durch  ein  Fallrohr  dem  Straßennetze  zugeleitet.  Die  Saug-  und  Druckleitung  haben  die
gleiche  innere  Weite  von  525  mm.  Die  Saugleitung  führt  in  das  Maschinenbaus,  welches  für
je  drei  Maschinen  und  Kessel  ausgeführt  ist;  dermalen  sind  jedoch  nur  zwei  Maschinen-  und
Kesselgruppen  aufgestellt.  Die  Dampfkesselanlage  besteht  aus  Galloway-Kesseln  mit  zwei  Flammr;T.FVT-l|;“

  i

Abb.  205.  Lageplan  des  Wasserwerkes  Breitensee.  1:4000

Abb.  206.  Maschinenbaus  Breitensee.
            
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