Nutzwasserleitungen.
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nach dem jeweiligen Ausspruche der zur Entscheidung hierüber be
rufenen Behörde zur Verwendung für alle Nutzwasserzwecke, ins
besondere zur Straßen- und Gartenbespritzung, zur Durchspülung der
Kanäle, Aborte und Anstandsorte, zu industriellen und gewerblichen
Zwecken mit Einschluß der Verwendung bei der Zubereitung von
Nahrungs- und Genußmitteln, namentlich für Brauereien etc., dann für
Bäder und im Haushalte für Reinigungszwecke zugelassen werden kann.
Ende 1903 hatte das Straßenrohrnetz der Wientalwasserleitung eine
Länge von 130km. Nebst einigen Teichen und Bassins etc., wurden von
demselben 719 Feuer- und Spritzhydranten gespeist und 251 Häuser
mit Nutzwasser versorgt. Der Preis des Wientalwassers an der Gemeinde
grenze bei Hütteldorf einschließlich der Entschädigung für die Kosten
der von der Unternehmung teilweise hergestellten Haupt- und Verteilungs
rohrstränge innerhalb des Gemeindegebietes etc. wurde mit 13 h pro
1 m 3 festgesetzt. Die Gemeinde Wien verkauft das Wasser an die Parteien
um den Normalpreis von 20 h pro 1 m 3 .
2. Das Lagerhausschöpfwerk.
Die Gemeinde Wien hat seinerzeit die ehemalige
Maschinenhalle der Wiener Weltausstellung vom Ärar er
worben und dieselbe in ein Lagerhaus umgestaltet; hier
bei ist auch jenes Wasserschöpfwerk samt Wasserturm
von der Gemeinde Wien übernommen worden, welches
zur Wasserversorgung der Weltausstellungsobjekte im
Jahre 1873 gedient hat und in der Nähe der seiner
zeitigen Maschinenhalle liegt. Dieses Schöpfwerk besteht
in der Hauptsache aus einem 6 m weiten und 9 m tiefen
Brunnen, einem Maschinenbaus mit zwei Garnituren von
Dampfkesseln, Dampfmaschinen und Pumpen von 60 PS.
und aus dem Wasserturm, der ein eisernes Reservoir von
260 m :i Rauminhalt trägt und dessen Wasserspiegel in
einer Höhe von 42 m über der Maschinenachse liegt. Die Leistungsfähigkeit des Schöpfwerkes
beträgt im Durchschnitte 7800 m 3 in 24 Stunden. Bis zum Jahre 1893 diente das Schöpfwerk
nur zur Versorgung des Lagerhauses und der Rotunde im
k. k. Prater mit Nutzwasser; seither wird jedoch hiervon
auch der städtische Zentralviehmarkt und das städtische
Schlachthaus in St. Marx zu jenen Zeiten mit Wasser ver
sorgt, wenn die Hochquellenleitung eine geringere Ergiebig
keit aufweist und nach Tunlichkeit entlastet werden muß,
sowie auch die Besprengung der Prater-Hauptallee und einiger
Straßen im III. Bezirke aus diesem Behälter erfolgt.
3. Die kleinen Schöpfwerke für Zwecke der Straßenbespritzung.
Diese kleinen Schöpfwerke wurden zum Teil bereits
vor längerer Zeit errichtet, als die Hochquellenlcitung noch
nicht bestand und Mangel an Wasser für derartige Zwecke
geherrscht hat, zum Teil in neuerer Zeit, insbesondere als
die Einbeziehung der Vororte erfolgte und die Hochquellen
leitung auf dieselben noch nicht ausgedehnt war. Diese
Schöpfwerke bestehen zumeist aus einem Brunnen und einem
Maschinenhäuschen. In ersterem oder über demselben ist eine
Pumpe montiert, die von einem Gasmotor angetrieben wird,
der in dem Maschinenhäuschen untergebracht ist, woselbst
sich auch ein eisernes Reservoir befindet, in welches das
Wasser gefördert wird. Von dem Reservoir führt ein Rohr
entweder zu den Hydranten, oder aber es können von
demselben aus die Fässer der Straßensprengwagen direkt
mit Wasser gefüllt werden. Als Beispiel eines solchen
Abb. 223. Schöpfwerk in Heiligenstadt.