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Beleuchtungswesen.
Heranziehung der Öfenreserven imstande, die rasch angewachsene Hochstabgabe in den
Wintermonaten zu decken. Es mußte deshalb entweder an den schon bei der Erbauung des
Werkes vorgesehenen Ausbau des Ofenhauses auf die Leistungsfähigkeit aller übrigen Apparate
(500 000 m 3 in 24 Stunden) geschritten oder auf einem anderen Wege die Gaserzeugungs
fähigkeit erhöht werden. Die Stadt entschied sich für die Erbauung einer Wassergasanstalt für
welche insbesondere die rasche Betriebsbereitschaft einer derartigen Anlage und die Möglich
keit den im Hauptbetriebe erzeugten Koks selbst in zweckmäßigster Weise zu verwerten,
sprächen Die Anstalt wird für Erzeugung von heiß karburiertem Wassergas nach dem Verfahren
Humphreys und Glasgow eingerichtet, läßt aber auch die Erzeugung von blauem Wassergas
und damit auch den etwaigen Übergang zur Autokarburation zu. c ^ „
An Baulichkeiten weist die Anlage ein Apparatenhaus, ein Kesselhaus, einen freistehenden
Gasbehälter von 1000 m 3 Fassungsraum, zwei Ölreservoire, einen Teerscheider eine 1 eer-
zisterne und ein Schieberhäuschen auf. Sie besitzt eine Leistungsfähigkeit von 1004)00 m in
24 Stunden und besteht im wesentlichen aus drei Gruppen, deren jede aus einer Apparaten-
folge von zwei Generatoren, einem Karburator, einem Überhitzer, einer Waschervorlage und
einem Skrubber besteht. Den drei Gruppen gemeinsam sind drei hintereinander geschaltete
Das mit Öldämpfen beladene und auf mindestens 3800 Kalorien unterem Heizwert ge
brachte Gas nimmt seinen Weg durch die Wäschervorlage, den Skrubber die anschließende
Kühlanlage und den Ausgleichsbehälter, wird sodann in parallel geschalteten Stationsgasmessern
gemessen, durch Druckregler auf den gewünschten Druck gebracht und sodann durch einen
600 mm weiten, ungefähr 250 m langen, unterirdischen Rohrstrang zu den vier aus dem O en-
haus kommenden Hauptbetriebsleitungen der Steinkohlengasanlage geführt. Mit dem Steinkohlen
gas gemengt, nimmt es dann seinen Weg durch sämtliche Apparate des Werkes Ein Verneg-
lungssystem macht alle beim Betriebe erforderlichen Umschaltungen und Schieberstellungen
zwangläufig und schließt Fehlgriffe aus. ^
Zur Beschickung der Generatoren dient ein hydraulischer Koksaufzug. Den Dampf zur
unmittelbaren Gaserzeugung und für die verschiedenen Antriebsmaschinen (zusammen unge
fähr 6800 kg in der Stunde) liefern fünf Zweiflammrohrdampfkessel von je 9d m Heizfläche
und 8 Atmosphären Betriebsdruck. Für die Unterfeuerung gelangt Koksklem zur Verwendung.
Zwei vertikale Worthington-Ballastpumpen von je 800 bis 1200 Mmutenliter Leistung fordern
aus einem Senkbrunnen das erforderliche Betriebswasser. „ , . , £ -u- i „u
Die Anlage wird in sieben Stunden vom kalten Zustande auf ihre volle Leistungsfahigk
von 100.000 m 3 (24 Stunden) gebracht und benötigt zur Bedienung nur 13 Arbeiter, bie
erhöht die Leistungsfähigkeit des städtischen Gaswerkes in Simmering auf 110 Millionen Kubik
meter im Jahre.
Literaturnachweis.
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Wien 1901.
Juni 1904.
Eugen Karel.