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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Die  städtischen  Elektrizitätswerke.

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Abb.  236.  Maschinenbaus  des  Bahnwerkes.
leitung  eine  Rückleitung  zugelcgt  und  letztere  an  die  Fahrschienen  angeschlossen.  Auf  diese  Weise
wird  nur  ein  kurzes  Stück  Straßenbahngleise  zur  Rückleitung  des  Stromes  benützt,  so  daß  sich
nirgends  nennenswerte  Strommengen  in  die  Erde  verlieren  können.
Bei  Anlage  des  Lichtnetzes  mußte  man  sich  mit  dem  Gedanken  vertraut  machen,  bei
großer  weitverzweigter  Entwicklung  des  Netzes  recht  dünnen  Absatz  zu  finden.  Dem  kam  das
gewählte  Stromverteilungssystem  sehr  zu  statten.  Die  höhere  Spannung  von  2  X  220  Volt
Gleichstrom  zwischen  den  Außenleitern  des  Dreileitersystems  ermöglichte  es,  in  den  meisten
Straßen  mit  dünnen  Verteilleitungen  auszukommen,  welche  leicht  und  rasch  gelegt  werden
konnten,  so  daß  die  Entwicklung  des  Lichtkabelnetzes  im  Verlaufe  von  nur  wenigen  Monaten
recht  ansehnliche  Fortschritte  aufweisen  konnte.  Die  Drcileiterstränge  bestehen  aus  zwei  gut
isolierten  Außenleitern  und  einem  geerdeten  blanken  Mittelleiter.  An  den  Kreuzungspunkten
der  Straßen  sind  gußeiserne  Verteilungskästen  versenkt  montiert,  welche  die  Verbindung  der
einzelnen  Straßenleitungen  herstellen  und  auch  die  zum  Schutze  der  Kabel  nötigen  Sicherungen
erhalten.  Die  Mittelleiter  werden  nicht  in  die  Kästen  eingeführt,  sondern  an  die  Außenwände
derselben  angeschraubt,  um  eine  gute  Erdung  zu  erhalten.
Wie  schon  erwähnt  wurde,  sind  die  Unterstationen  so  verteilt  worden,  daß  jede  derselben ­
  einen  Kreis  von  rund  2 - 5  km  Halbmesser  mit  Gleichstrom  versorgt.  Für  die  außer  diesen
Kreisen  liegenden  Teile  des  Stadtgebietes  wurde  D  rehstro  m  als  Gebrauchsstrom  ins  Auge  gefaßt, ­
  welcher  mit  einer  Spannung  von  220  Volt  abgegeben  wird.  Von  einer  der  Hochspannungs-Hauptleitungen ­
  abzweigenden  führen  mehrere  schwächere  Hochspannungsleitungen  (mit
5000  Volt)  nach  einzelnen  wichtigen  Punkten  des  betreffenden  Drehstrombezirkes.  Die  Verzweigungen ­
  dieses  Hochspannungsstromes  erfolgen  in  besonderen  Schalthäuschen.  Zur  Umwandlung ­
  des  Hochspannungsstromes  in  den  Gebrauchsstrom  von  220  Volt  wurden  an  einzelnen ­
  Punkten  eiserne  Transformatorensäulen  errichtet,  deren  jede  zwei  übereinandertsehende
Bd.  i.

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