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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

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Beleuchtungswesen.

latorenbatterien  für  einen  von  den  Zentralen  möglichst  unabhängigen  Betrieb  eingerichtet.  Die
Unterstationen  entnehmen  ihren  Strombedarf  aus  den  Ladeleitungen  ganz  wie  andere  Stromabnehmer ­
  aus  den  Hausanschlüssen,  ohne  daß  in  den  Zentralen  etwas  anderes  als  die
Erzeugung  der  nötigen  Strommenge  vorzukehren  wäre.  Außer  ,  einer  Akkumulatorenbatterie
besitzt  jede  Unterstation  mehrere  Zellenschalter  für  die  zu  verschiedenen  Speisepunkten  in  der
Umgebung  führenden  Haupt-  und  Ausgleichsleitungen,  ferner  Motordynamos  zur  Erhöhung  der
Ladespannung  und  zum  Teil  auch  kleinere  Maschinen  zur  Absaugung  des  Strombedarfes  aus
den  Zentralen  sowie  zum  Nachladen  einzelner  Zellen.  Eine  Schalttafel  trägt  die  zugehörigen
Schalt-  und  Meßapparate.  Die  Leistung  der  Batterien  in  den  Unterstationen  beträgt  insgesamt
267  Kilowatt.
Das  Kabelnetz  der  Allgemeinen  Österreichischen  Elektrizitäts-Gesellschaft  besteht  aus
dem  Verteilungsnetze  und  den  Haupt-  oder  Speiseleitungen.  Das  erstere  ist,  wie  schon
eingangs  erwähnt,  fast
durchwegs  nach  dem  Fünfleitersystem ­
  ausgeführt,  nur
in  einzelnen  Straßen  mit
geringem  Konsume  wurden
Dreileiterverteilungsleitungen ­
  verlegt.
Das  Verteilungsnetz
erstreckt  sich  über  den
I.  bis  V.,  VII.  bis  IX.  und
XVI.  bis  XIX.  Bezirk.  Die
Verbindung  der  einzelnen
Stränge  wurde  teils  durch
Muffen,  teils  auch,  behufs
leichterer  Trennung,  durch
zugängliche  Kabelkästen
mit  Luftisolation  hergestellt.
Ebenso  sind  die  Hausanschlüsse ­
  teils  mit  Muffen,
teils  mit  kleinen  zugänglichen ­
  Kästen  abgezweigt.
Die  Hauptleitungen,  welche
den  Speisepunkten  des
Verteilungsnetzes  Strom  zuführen, ­
  sind  zumeist  als
Zweileiter  zur  Speisung  der
Außenleiter,  nach  Erfordernis ­
  aber  auch  als  Dreiund
  Fünfleiter  ausgeführt.
Die  Spannungskontrolle
wird  durch  Prüfdrähte  vermittelt, ­
  welche  mit  den
Hauptkabeln  isoliert  verseilt ­
  sind  und  im  Speisepunkt  mit  dem  Verteilungsnetze,  dagegen  in  der  Zentrale  durch
Galvanoskope  mit  einem  auf  richtiger  Spannung  erhaltenen  sogenannten  Kontrollpunkte  in
Verbindung  stehen.
Das  Kabelnetz  besteht  durchwegs  aus  einfachen,  bandarmierten  Bleikabeln  bekannter  Konstruktion ­
  von  Siemens  &  Halske  mit  einfachem  oder  doppeltem  Bleimantel;  dieselben  wurden
70  bis  80  cm  tief  unter  den  Gehsteigen  in  reinen  Donausand  eingebettet  und  mit  starken  Gesimsziegeln ­
  abgedeckt.
An  besonders  gefährdeten  Stellen  wurden  die  Kabel  durch  Eisenplatten  oder  Rohre
geschützt.  Das  Kabelnetz  besaß  Ende  1903  eine  Tracenlänge  von  123.293  m.  Die  Kabellänge
betrug  772.083  m,  wovon  233.683  m  auf  Speise-  und  Ausgleichsleitungen  und  538.400  m  auf
Verteilleitungen  entfielen.
2890  Hausanschlüsse  speisten  164.598  Glühlampen,  4168  Bogenlampen  und  1716  Motoren ­
  mit  einem  Anschlußwert  von  150.180  Hektowatt.

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Abb.  240.  Querschnitt  des  Maschinenhauses  der  Zentrale  Leopoldstadt  der  Allgemeinen
österreichischen  Elektrizitäts-Gesellschaft.  1:250.
            
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