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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Straßen- und Eisenbahnbrücken über den Donaustrom. 
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nach dem unter Leitung des Baudirektors C. v. Ruppert von A. Battig und A. Köstlin verfaßten 
Projekte durch die Firma C. Harkort ausgeführt. Die gesamten L Baukosten betrugen rund 
370.000 K. 
Überbrückung der Hauptallee 
im k. k. Prater. 
Die Bahnlinie Wien— 
Stadlau übersetzt in der Nähe 
des sogenannten Lusthauses 
die Prater-Hauptallee unter 
einem Winkel von 75° 16' 
mittels einer eisernen Brücke 
von drei Öffnungen (siehe 
Abb. 261). Die Mittelöffnung 
über der Straßenfahrbahn 
besitzt 13’49m, jede der 
beiden Seitenöffnungen für 
den Geh- und Reitweg 8'43 m 
normaler Lichtweite. Die 
beiden Mittelpfeiler bestehen 
aus je 12 reichverzierten guß 
eisernen Säulen. Sie tragen 
drei kontinuierliche Parallel 
gitterträger mit „unten“ lie 
gender Fahrbahn für zwei Gleise. Die beiden äußeren Tragwände sind mit einer Zinkblech 
verkleidung versehen, welche die Brücke als eine Bogenbrücke mit reichverzierter Brüstung 
erscheinen läßt. Der konstruktive Teil des Projektes rührt von den Ingenieuren Rogenhofer und 
C. v. Ruppert jun., der architektonische Teil von A. Köstlin her. Die Kosten betrugen 222.000 K. 1 ) 
Abb. 261. Viadukt der Staatseisenbahn-Gesellschaft über die Prater-Hauptallee. 
Die Stadlauer Donauarm 
brücke. 
Die zur Zeit des Baues 
der Linie Wien—Stadlau an 
dieser Stelle über einen Arm 
des Donaustromes errichtete 
provisorische Holzbrücke 
wurde im Jahre 1880 durch 
die bestehende eiserne Brücke 
ersetzt, deren 60 m weite 
Lichtöffnung mit drei Fach 
werkstragwänden für zwei 
Gleise überbrückt ist. Für 
dieselben gelangte zum ersten 
Male die unter der Bezeich 
nung des Ellipsenträgers be 
kannte Trägerform kleinster 
Materialmenge zur Anwendung, welche durch ein gerades Obergurt-Mittelstück mit beiderseits 
anschließenden, elliptisch gekrümmten Enden charakterisiert ist. Die Eisenkonstruktion wurde 
außerhalb des Bahndammes montiert und sodann in ihre jetzige Lage verschoben. Die Wider 
lager sind auf je zwei Brunnen fundiert, die durch parabolische Quaderbogen überwölbt sind. 2 ) 
Abb. 262. Brücke der Staatseisenbahn-Gesellschaft über den Stadlauer Donauarm. 
Mai 1904. 
Franz Pfeuffer. 
d) Brücken der Österreichischen Nordwestbahn. 
Fast zur selben Zeit, als die Konzession zum Baue der Österreichischen Nordwestbahn 
erteilt wurde — 8. September 1868 —, erhielt das Projekt für die Regulierung der Donau 
J ) Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines vom Jahre 1871. 
2 ) Allgemeine Bauzeitung. Jahrgang 1881.
	        
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