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Full text : Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

Straßen-  und  Eisenbahnbrücken  über  den  Donaustrom.

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ein  Caisson  infolge  Bruches  der  Ankerketten  verloren  gegeben  werden.  Er  blieb  abseits  von  der
Baustelle  im  Strome  liegen  und  wurde  später  mittels  Dynamit  so  weit  abgesprengt,  als  für
die  Beseitigung  des  Schiffahrtshindernisses  notwendig  war.')
Die  fünf  Pfeiler  der  Strombrücke  und  die  anschließenden  acht  Pfeiler  der  Inundationsbrücke
  stehen  auf  blauem  Tegel  in  einer  Gründungstiefe  von  7'04  bis  15'47m  unter  dem  Nullwasserspiegel, ­
  welcher  10  95m  unter  der  Bahnnivellette  gelegen  ist;  die  übrigen  sechs  Pfeiler
der  Inundationsbrücke  stehen  bei  einer  Gründungstiefe  von  6’5  m  bis  7'85  m  unter  Nullwasser
auf  grobem  Schotter.  .
Die  erste  Brückenöffnung  hat  eine  Lichtweite  von  22  20  m;  die  fünf  Öffnungen  der  Kaiund
  Strombrücke  haben  eine  Lichtweite  von  je  79'80m;  die  Inundationsbrücke  besteht  aus
14  Öffnungen  zu  je  2Q-65  m  Lichtweite.  Alle  Träger  sind  aus  Parallelfachwerken  gebildet,  und
zwar  die  & über  den  fünf  großen  Öffnungen  in  vierfach  gekreuztem  System  ohne  Vertikalzwischenständer,
  die  über  den  übrigen  Öffnungen  in  einfach  gekreuztem  System  mit  Vertikalständern ­
  in  allen  Knoten  (siehe  Abb.  263  und  263  a).  Die  Träger  über  den  vier  Stromöffnungen
und  über  den  14  Inundationsöffnungen  am  linken  Ufer  sind  über  je  zwei  Öffnungen  kontinuierlich. ­
  Das  Gesamtgewicht  der  885'10  m  langen  Brücke  beträgt  1808'3t.
Mit  der  Ausführung  der  Eisenkonstruktion  für  die  Strombrücke  und  die  linksseitige
Inundationsbrücke  war  die  Lirma  J.  C.  Harkort  in  Harkorten  und  Duisburg  betiaut,  welche
belgisches  Schweißeisen  verwendete.
Das  eiserne  Tragwerk  der  Donaukaibrücke  wurde  aus  Schweißeisenmaterial  von  dem  Werke
Libschitz  der  Prager  Eisenindustrie-Gesellschaft  geliefert,  die  Montierung  und  Aufstellung  von
der  ehemaligen  Wiener  Maschinen-  und  Waffenfabriks-Gesellschaft  besorgt.  Das  eiserne  Tragwerk
der  Brücke  über  die  Verbindungslinie  zur  Donauuferbahn  wurde  unter  Verwendung  von  Schweißeisen ­
  aus  dem  Werke  Kladno  der  Prager  Eisenindustrie-Gesellschaft  von  der  Brückenbauanstalt
lg.  Gridl  in  Wien  hergestellt.
Anläßlich  der  bevorstehenden  Herstellung  des  zweiten  Gleises  in  der  Strecke  Wien—
Stockerau  wird  unter  anderem  auch  die  Brücke  über  die  Donau  zu  einer  zweigleisigen  Brücke
ausgestaltet  werden,  wobei  das  hinsichtlich  des  Systems  von  der  bestehenden  Brücke  zum
Teü  abweichende  Tragwerk  der  neuen  Brücke  stromabwärts  zu  liegen  kommen  wird.  Bei
dieser  Gelegenheit  wird  auf  Kosten  der  beteiligten  Gemeinden  Wien  und  Floridsdorf  ein
neuer  Fußwegübergang  über  die  Donau  durch  Anbringung  eines  Gchsteges  an  der  stromabwärts ­
  gelegenen  Tragwand  des  neuen  Tragwerkes  geschaffen  werden.
j)  Zeitschrift  des  österreichischen  Ingenieur-  und  Architekten-Vercines.  1881,  1904.

Literaturnachweis.
Zeitschrift  des  österreichischen  Ingenieur-  und  Architekten-Vereines.  Jahrgang  1872,  1879.

Juni  1904.

Emil  Engel.
            
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