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Full text: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts : ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, Band 1: Charakteristik und Entwicklung der Stadt, Ingenieurbauten

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Brücken. 
Die an die Station Währingerstraße anschließende doppelgleisige Brücke über die Schul 
gasse, Währingerstraße und Fuchsthallergasse (siehe Abb. 272) hat entsprechend den ge 
nannten zu unterführenden Straßenzügen drei Öffnungen von 
18'59, 3574 und 18'59m Lichtweite. Die Tragwerke — 2-94, 
beziehungsweise 370 m hohe Parallelträger mit Kastengurten 
und einfach gekreuztem System — sind beiderseits durch 
reich verzierte, an die Hauptträger angehängte Blechwände 
vollständig verdeckt, so daß selbstverständlich auch die Kon 
struktion für die mit 18"/ 00 fallende beschotterte Fahrbahn 
nicht sichtbar ist. Die monumental ausgebildeten, in Auf 
lagerhöhe 3 0 m starken Pfeiler tragen aus Quadern her 
gestellte, 6 5 m hohe, von Löwenköpfen gekrönte Pylonen. 
In unmittelbarer Nähe der Haltestelle Nußdorferstraße 
befindet sich die Brücke über die Döblinger Hauptstraße 
(siehe Abb. 273). Die Hauptträger sind 0 7 m hohe, vollwandige 
Zweigelenkbogen von 33'48 m Stützweite und 4'685 m Pfeil 
höhe mit aufgesetzten, 0'93 m voneinander entfernten Stän 
dern, welche die Fahrbahn tragen. Das Bahngleise liegt in 
der Übergangskurve zum Bogen, R=150m, und fällt mit 
12"/oo- Die Kämpfergelenke liegen in einer wagrechten Linie, 
ebenso lauft auch der äußere verzierte Schotterabschluß 
träger horizontal durch. Die Oberkanten der inneren Schotter 
wände der für jedes Gleise separat ausgeführten Tragwerke folgen dagegen der fallenden 
Nivellette.') 
Brücke über die Heiligenstädterstraße (siehe Abb. 274). Die 3-2 m voneinander 
entfernten Hauptträger der für jedes der beiden Gleise gesondert ausgeführten Konstruktionen 
sind Bogenfachwerksträger mit Kämpfergelenken von 56'0 m Stützweite und 5'4 m Pfeilhöhe. Bei 
der großen Differenz von 0 78 m in der Höhenlage der mit 14 0 /„o fallenden Nivellette am 
Anfänge und am Ende der Brücke mußte von der wagrechten Durchführung der Obergurte 
und der Schotterabschlußträger abgesehen werden und laufen diese Konstruktionsteile vielmehr 
parallel zur Nivellette durch. Die Untergurte sind nach einer Ellipse gekrümmt. Abb. 275 zeigt 
die Ausbildung der Lager, Abb. 276 einen Schnitt im Bogenscheitel. Der eiserne Überbau wiegt 500 t. 
In dem von Heiligenstadt zur Station Brigittenau der Donauuferbahn abzweigenden Flügel 
ist die schiefe Brücke über den Donaukanal (siehe Abb. 277) mit drei Öffnungen von 16'00, 
62'55 und 16'00 m senkrechter 
Lichtweite hervorzuheben. Der 
eiserne Überbau ist eingleisig; 
die Widerlager und Pfeiler 
wurden für zwei Gleise her 
gestellt. Die Hauptöffnung hat 
Halbparabelträger von 69 05 m 
Stützweite mit Kastengurten 
und doppeltem, steif ausgebil 
detem Fachwerk; Trägerhöhe 
in der Mitte 9'0 m, an den 
Enden 3 0 m. Die beiderseits 
anschließenden, ebenfalls 3'0 m 
hohen, 18'3 m weiten Parallel 
träger der Nebenöffnungen 
haben einfach gekreuztes Sy 
stem. Die untenliegende Fahr 
bahn ist in den Seitenöffnun- 
Abb. 272. Brücke über die Währingerstraße. gen beschottert; in der Mittel- 
öffnung kommt der gewöhn 
liche Querschwellenoberbau auf eisernen Längsträgern zur Anwendung. Gesamtgewicht der 
Eisenkonstruktion 301'6 t. 
') Die Details der Konstruktion sind in einer von dem Projektanten dieser Brücke, k.k. Oberbaurat Karl Stöckl, in der Zeitschrift 
des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, Nr. 26 und 27 vom Jahre 1897, veröffentlichten Monographie beschrieben.
	        
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