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Meteorologie.
Verdunstung gebracht, deren monatliche Verteilung aus der untenstehenden Tabelle ersichtlich ist.
Die Maximalverdunstung besitzt mit 47 2 mm der Juli, die minimale mit 12'5mm der Jänner.
Während des August 1887 kam eine Wasserhöhe von 77 3 mm zur Verdampfung. In einer
engen Beziehung zur Verdunstung stehen die relative Luftfeuchtigkeit, die Bewölkung des
Himmels und die Dauer des Sonnenscheines. Die Messungen der Luftfeuchtigkeit haben ergeben,
daß im Zentrum der Stadt größere Trockenheit anzutreffen ist als an der Peripherie. Die relative
Feuchtigkeit beträgt auf der Hohen Warte nach 30jährigem Durchschnitt 74 , 8 l, / 0 . Am relativ
feuchtesten ist die Luft in den Wintermonaten mit 83"/ 0 , am trockensten während des April
und Juli mit 67 u / 0 (Stadt 62%). Die Extreme waren der Jänner 1886 mit 90 und der April
1893 mit bloß 51%-
Über die Bewölkung liegen 50jährige Beobachtungen vor, denen zu entnehmen ist, daß
das Himmelsgewölbe über Wien im Jahresdurchschnitte zu 58% bedeckt erscheint. Das
Minimum der Bewölkung weist der August mit 45, das Maximum der Dezember mit 74% auf.
Die Dezember der Jahre 1889 und 1897 hatten sogar 90°/ o Bewölkung, wogegen der September
1892 mit bloß 23% als heiterster Monat zu erachten ist. Die Zahl gänzlich sonnenloser Tage
beträgt in Wien pro Jahr 75, wovon auf den Dezember 15 5 und auf den Juli 0 8 entfallen.
Der Sonnenschein weist dagegen eine durchschnittliche Jahresdauer von 1843 Stunden,
d. i. 4L2% der möglichen Dauer, auf. Extreme: Jahr 1889 mit 1687 Stunden (38%) und 1893
mit 2062 Stunden (48%). Das geringste direkte Sonnenlicht empfängt Wien während des
Dezembers, nämlich bloß 18 8% der möglichen Sonnenbeleuchtung, wogegen der August mit
55'7% als sonnigster Monat zu betrachten ist. Der absolut sonnenloseste Monat war bis jetzt
der Dezember 1903 mit 9 V2 Stunden, d. i. 3'6% der möglichen Sonnenscheindauer. Besonders
groß war der Mangel an direkter Sonnenbeleuchtung auch in der Zeit vom 22. November 1889
bis 14. Jänner 1890. In diesen 54 Tagen gab es nur 8 Tage mit wenig Sonnenschein, damals
wurde auch die erste große Influenzaepidemie beobachtet.
Zum Schlüsse sei noch eine kurze Bemerkung über den Luftdruck angefügt; nach
SOjährigem Mittel zeigt das Barometer auf der Hohen Warte bei einer Seehöhe von 202 5 m
einen Stand von 743'93mm. Im April stellt sich durchschnittlich mit 74L84 der niedrigste
und im Jänner mit 746’09mm der höchste Barometerstand ein. Die absolut größte Ablesung
betrug 768'4, die absolut niedrigste 715 5 mm.
Luftbewegung, Verdunstung, Feuchtigkeit, Bewölkung, Sonnenscheindauer und
Luftdruck in Wien.
Monate
Jänner .
Februar
März
April. .
Mai . .
Juni . .
Juli . .
August .
September
Oktober
November
Dezember
.5 ^
b£-~ 'S)
4- 8
5- 6
5-8
5-2
52
53
53
4-7
45
4'5
49
5
^5 £
b4i —
2-7
12-5
2-5
2
0 5
1
0-8
1-4
0-5
Ob
1
2
3
15-9
28-4
38-8
41- 7
42- 3
47-2
41-5
29'8
20-3
131
13'2
C £
CJ
E
Relative
Feuchtigkeit in
Prozenten
Innere
Stadt
Hohe
I Warte
Döbling
Sgl
gg.i
3'6
4-6
83
11 3
121
12- 3
13- 7
120
8-6
59
38
38
83
79
71
62
63
63
62
65
68
75
79
83
84
80
72
67
68
69
68
70
75
80
83
84
71
66
60
55
54
51
47
45
46
58
73
74
= S 5 I
13-8
79
61
42
2-2
1-4
0-8
1-6
23
6-7
12-5
15-5
6L2
840
13L4
173-7
236-3
238-7
268-2
246-1
178-9
109-9
650
49-2
22-2
29-2
35-4
42-3
50-0
50-1
55-5
55-7
47-6
32-8
23-4
18-8
74609
745-08
742-15
741- 84
742- 26
743- 12
743-4
743- 71
74507
744- 37
744- 7
745- 35
Jahr
5-1
18
344-7
100
71
75
58
75
1842-8
41-2
743-93
Mai 1904.
Dr. A. Swarowsky.